Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
60/176 page 48
![οἶδα πολλὰ δὲ εἶδον τρόπῳ τοιῶδε αἵ ἑταῖραι αἱ δημόσιαι, αἵτινες αὐτέων πεπείρηνται πολλάκις, ὁκόταν παρὰ ἄνδρα ἔλϑῃ, γινώσχουδιν ὁκόταν λάβωσιν ἐν γαστρί χἄπειτ᾽ ἐνδιαφϑείρουσιν. ἐπειδὰν δὲ ἤδη διαφϑαρῇ, ἐκπίπτει ὥσπερ σάρξ᾽ ταύτην τὴν σάρκα ἐς ὕδωρ ἐμβαλὼν, σκεπτόμενος ἐν τῷ ὕδατι, εὑρήσεις ἔχειν πάντα μέλεα καὶ τῶν ὀφϑαλ-- μῶν τὰς χώρας καὶ τὰ οὔατα κ. τ. λ. Wie Littke VII p. 577 licht- voll auseinandergesetzt hat, handelt es sich hier um an und für sich ganz richtige, aber falsch befristete Beobachtungen von Abtreibungen, die in Wirklichkeit viel später erfolgt sind, als die betreffenden Dirnen annahmen; aber gerade in der unrichtigen Be- fristung zeigt sich am deutlichsten die ungeheure Macht des alter- tümlichen Aberglaubens an die Bedeutung der Siebenzahl, dem sich selbst ein sonst gar nicht auf den Kopf gefallener philoso- phierender Arzt”) der älteren Zeit nicht zu entziehen vermochte. Übrigens konnte sich, wie das in der Natur der Sache liegt, die Theorie von der fertigen Ausbildung des Embryo am siebenten Tage (die ich gerade wegen ihrer Verkehrtheit unbedingt für uralt halte) nicht lange behaupten, sondern ist ziemlich bald durch andere, z. T. auch in uralten Volksanschauungen wurzelnde Lehren, namentlich solche tessarakontadischer Art für immer verdrängt worden, wie zur Genüge schon aus meiner in den “Enneadischen Studien” 8. 80 und 8ı gegebenen tabellarischen Übersicht erhellt.) Also auch hinsichtlich seiner Embryologie steht der Verfasser von x. &ßd. auf einem besonders primitiven Standpunkt.) Wenn es dann im Prolog weiter heißt: “Das gleiche [|hebdo- madische| Verhältnis beherrscht die Krankheiten und alles was im Körper von Zerstörung betroffen wird’, so wird mit diesen Worten vor allem hingewiesen auf die in Kap. 26f., also im rein medizinischen Teile der Schrift, vorgetragene Lehre von den kri- tischen Tagen in Fieberkrankheiten, die uns leider nur in der sehr 86) Vgl. Lirıes VIII p. 576. Gomrerz, Griech. Denker! I, 5. 233. 87) Vgl. auch “Tessarakontaden’ 8. 8gf. In den Tabellen “Ennead. Stud.’ S. 80f. fehlen noch folgende Zeugnisse: “Hippokr.’ π. ἕπταμ. 9 = VII p.450L.: τοῦδε τοῦ χρόνου [40 Tage] παρελϑόντος... διακρίνεται καϑ᾿ ἕκαστα τ. μελέων τὸ σῶμα. --- π. ἐπιδημ. β΄ ΝῚ 17 = Υὶ p. 136 L.: τρίμηνον παιδίον πάντα δηλοῖ. 88) Eigentlich gehört auch die Entwickelung des Menschen nach 7 ἡλικίαι in diesen Zusammenhang, doch sehen wir hier davon ab, weil diese Lehre besonders in Kap. Ile zur Sprache kommen wird,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0060.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


