Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![I, 125). So ist es auch für die Geschichte der Medizin bezeich- nend, daß weitgreifende Spekulationen über die letzten Gründe am ausgiebigsten in jener Frühzeit angestellt zu sein scheinen.”) Hippokrates und seine Schule opponierten entschieden gegen halt- lose Hypothesen, ihr steter Hinweis auf das Tatsächliche bedeutet einen mächtigen Fortschritt. So steht denn das Buch x. ἐβὸ. auf einer früheren Stufe als die Koer.“ | Wenn es endlich im Prolog von z#. ἐβδ. heißt: das gleiche [hebdomadische] Verhältnis beherrsche nicht allein die Krankheiten, sondern auch alles, was im Körper von Zerstörung betroffen werde, so vermag auch in diesem Falle der Schlußabschnitt des wahrscheinlich aus derselben Urquelle schöpfenden Buches π. σαρχῶν die Lücke in x. ἐβδ. auszufüllen, und damit zugleich die wünschens- werte Erläuterung der obigen Worte darzubieten. Es heißt dort [VOI p. 610 L.]: 4ῆλον δὲ καὶ τῷδε, ὅτι ἑπτήμερος ὃ αἰὼν, εἴ τις ἐθέλει ἑπτὰ ἡμέρας φαγέειν ἢ πιέειν μηδὲν, ol μὲν πολλοὶ ἀποϑνήσ- κουσιν ἐν αὐτῇσιν εἰσὶ δέ τινὲς καὶ οἱ ὑπερβάλλουσιν, ἀποϑνήσ- κουσι δ᾽ ὅμως εἰσὶ δέ τινες οἱ καὶ ἐπείσθησαν ὥστε μὴ ἀποκαρτερῆσαι, ἀλλὰ φαγέειν τὲ καὶ πιέειν᾽ ἀλλ᾿ ἡ κοιλίη οὐκέτι καταδέχεται ἣ γὰρ νῆστις συνεφρύη ἐν ταύτῃσι τῇσιν ἡμέρῃσιν᾽ ἀλλὰ ϑνήσκουσι καὶ οὗτοι. — Sodann fährt der Vf. im unmittelbaren Anschluß an dieses Ar- gument so fort: Ἤστι δὲ καὶ τῷδε τεκμήρασϑαι τὸ παιδίον ἕπτά- umvog γόνος γενόμενον λόγῳ γεγένηται, χαί ζῇ, καὶ λόγον ἔχει τοι- οὔτον καὶ ἀριϑμὸν ἀτρεκέα ἐς τὰς EßBdouddag' ὀκτάμηνον δὲ γενό- μενον οὐδὲν βιοῖ πώποτε ἐννέα δὲ μηνῶν καὶ δέκα ἡμερέων γόνος γίγνεται καὶ ζῇ, καὶ ἔχει τὸν ἀριϑμὸν ἀτρεκέα ἐς τὰς ἑβδομάδας τέσ- σαρὲς δεχάδες ἑβδομάδων ἡμέραι εἰσὶ διηκόσιαι ὀγδοήκοντα᾽ ἐς δὲ τὴν δεκάδα τῶν ἑβδομάδων ἑβδομήκοντα ἡμέραι. Ἔχει δὲ καὶ τὸ ἑπτάμηνον γενόμενον τρεῖς δεχάδας ἑβδομάδων, ἐς δὲ τὴν δεκάδα ἑκάστην ἔβδο- 91) Ganz unhistorisch und unpsychologisch urteilt demnach m. E. Galen IX p. 780f. K., wenn er die Bücher π. ἐπιδημιῶν mit ihren auf reiner Erfahrung beruhenden Reihen kritischer Tage für älter hält als das Prognostikon und die Aphorismen, weil diese Bücher bereits spekulative Reihen enthalten. Vgl. Hebdo- madenlehren Tab. III S. 72 mit Tab. IV® u. IVP S. 73f. und dazu meine Darlegungen auf S. 75f., wo gezeigt wird, daß gerade die Epidemien den fortgeschrittensten und deshalb jüngsten Standpunkt vertreten. 92) Vgl. dazu Poseidonios-Varro Ὁ. Gell. N. A. 3, 10, 15: quibus inedia mori consilium est, septima demum die mortem oppetunt (*Hebdomadenlehren’ 3.63 A. 104. 8. 131. 136. 153). 4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


