Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![aber das durch Κα] θ᾽) festgewordene, massive, die inneren Sphären wie eine feste Haut (oder Schale) umschließende Himmels- gewölbe, das zugleich ein ἀδιατυπωτὸν κενόν bilden soll, zu ver- stehen. Betrachten wır zunächst die erste der genannten Möglich- keiten, so kommen aus dem Bereiche der vorsokratischen Philo- sophie folgende Analogien in Betracht. «) Nach altpythagoreischer Lehre (vgl. ZELLER, Philos. ἃ. Griech.’ I, 414, 3 u. 434, 3)'”) bildet die äußerste Grenze der Welt das Feuer des Umkreises, dem der Mitte (d. Zentralfeuers) entsprechend. Aber noch jenseits dieses Kreises liegt den Pythagoreern das Un- begrenzte (ἄπειρον) oder die unbegrenzte Luft (πνεῦμα), aus der die Welt den Atem zieht (ἃ. ἃ. 0. 8.436). Aus diesem unbegrenzten, das All umgebenden Luftkreise soll χρόνος, πνοή und τὸ κενόν in die Welt eintreten (a. a. 0. 5: 437). ἢ | Ebenso ist nach x. σαρχῶν 2 = VIII p. 584 L. die Äthersphäre die oberste von vieren: Aoxeaı δέ μοι ὃ καλέομεν ϑερμὸν, ἀϑάνατόν τὲ εἶναι καὶ νοέειν πάντα καὶ ὁρῆν καὶ ἀκούειν καὶ εἰδέναι πάντα ἐόντα τὲ καὶ ἐσόμενα [= ϑεός]...2) τοῦτο οὖν τὸ πλεῖστον. ὅτε Eragdydn'”) πάντα, 101) Die Vorstellung, daß die Kälte der Luft auf warmen Flüssigkeiten oder Stoffen eine feste äußere Hautschicht erzeugt, begegnet uns mehrfach. Vgl. z. B. außer . &ßd. 15 (frigidum flatum atris,... aöris frigida irrigatio constituit et coagulat licorem et simulat terram et faeit aliquid fieri speciem et corpus) π΄. σαρ. 9 = VIII 596 L.: αἷμα ϑερμὸν.... τέως μὲν ἂν ϑερμὸν ἢ, ὑγρὸν ἔσται, ἐπειδὰν δὲ ψυχϑῇ ὑπό τε τοῦ ἐνεόντος ψυχροῦ καὶ τοῦ Eurög, ἐγένετο δέρμα... τὸ ἔσχατον τοῦ σώματος πρὸς τοῦ ἠέρος ἀναγκαίως ἔχει δέρμα γενέσϑαι ὑπὸ τοῦ ψυχροῦ καὶ τῶν πνευμάτων προσβαλλόντων. 8. auch “Hippocr.’ de vietu I, 10 und ΒΈΕΡΕΙΟΗ, Hippokr. Untersuch. 8. 100f. Vgl. Anm. 184. 102) Nach den von VöLcker, Üb. Homer. Geographie u. Weltkunde 8. 17 ἢ gesammelten Stellen hatte auch Homer die Vorstellung vom Äther als dem Sitze des Lichtes, daneben freilich auch die vom χάλκεος, πολύχαλκος, σιδήρεος οὐρανός (VöLcker 8. 5). Beide Vorstellungen sind also altionisch. 103) Dagegen weicht der Autor π. &ßd. von den Pythagoreern nicht nur in den oben (8.7 u. 38) angegebenen Punkten, sondern auch in der Lehre von der Beweg- lichkeit der Erde, die unser Verf. entschieden leugnet, stark ab. 104) Ähnlich sagt Diog. Apoll. fr. 5 (Diels) von der Luft: καί μοι δοκεῖ τὸ τὴν νόησιν ἔχον εἶναι 6 ἀήρ καλούμενος, καὶ ὑπὸ τούτου πάντας καὶ κυβερνᾶσϑαι καὶ πάντων κρατεῖν, αὐτὸ γάρ μοι τοῦτο ϑεὸς δοκεῖ εἶναι κ. τ. A. 105) Vgl. die ähnliche Vorstellung bei Empedokles fr. 31 Diels (πελεμίξετο γυῖα ϑεοῖο, ἃ. 1. des Σφαῖρος; vgl. Zeuuer? 1, 2 8. 784, 786 f.) und bei Anaxagoras fr. 13 Diels (καὶ ἐπεὶ ἤρξατο ὁ νοῦς κινεῖν ... ὅσον ἐκίνησεν ὁ νοῦς πᾶν τοῦτο διεκρίϑη).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


