Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![Ambros.: Septimum ipsam terram, in qua animalia et nas- centiae victum et aquae constitutum. Sic omnia mundi septinarium habenti diem. Paris. lat.: Septimum ipsa terra, in qua animalia[s] et nascentia adest omnem vietum et aquam constitutum. Sic omnium mundi septinarium habent ordinem. Arab.: Die siebente Stelle nimmt die Erde ein mit den Tieren und Pflanzen, die allernährende, welche aus dem Wasser geworden ist. So macht sich also die Herrschaft der Sieben- zahl ın den Welten des Alls geltend. Galen fol. 5” z. ἃ. St.: Darum nennt sie der Grieche auch παντρόφος. Ὁ Der Satz ist von allergrößter prinzipieller Wichtigkeit für uns, insofern er zeigt, dass der Verf. von #. ἐβδ. nicht bloß dem gseozentrischen Standpunkt huldigt, sondern auch die Erde offenbar durch Verdichtung'”) aus dem Wasser entstanden denkt. In letzterer Hinsicht steht er den meisten ionischen Phy- sikern, namentlich dem Thales'”), in ersterer dem Anaximander'”), und den meisten älteren griechischen Philosophen mit Ausnahme der Pythagoreer außerordentlich nahe. Fassen wir jetzt, um das Sichere vom Unsichern, das Haupt- sächliche vom Nebensächlichen möglichst klar zu scheiden, das Ergebnis unserer bisherigen Erörterungen in einen kurzen Über- blick zusammen, so ist Folgendes zu sagen. 122) ‘Vielleicht ist also der griechische Text καί ἐστι nevre..... mit καὶ ἔστι παντρόφος richtiger hergestellt, als mit Ermerins’ Konjektur καὶ ἔστε παντελὴς τρο- φός: HARDER. : 123) Schon weiter oben (8. 8. 60) ist von μάνωσις und ἀραίωσις die Rede gewesen. 124) Vgl. über Thales Dirus® I, 9, über Anaximenes ebenda $. ı3f., über Heraklit ebenda 8. 58ff. — Bei Anaximander fragt es sich, ob unter dem ἄπειρον eine Mischung verschiedener allmählich ausgeschiedener Urstoffe (= Chaos) oder ein einziger Urstoff, der durch Verdichtung und Verdünnung sich in Erde, Wasser, Luft, Feuer verwandelt, zu verstehen ist. Vgl. Zenuer? I 2o1ff. Über Heraklit Diog.L. 9, 9 = Dmi#’ I, 55, 25H. οἷο. . 125) Diog. L. 2, I: μέσην τε τὴν γῆν κεῖσϑαι κέντρου τάξιν ἐπέχουσαν οὖσαν σφαιροειδῇ [Ὁ]. — Theophr. b. Ps.-Plut. Strom. 2 τς Dinus? I 13, 33: κυλινδροειδῆ. Hippol. Ref. ı, 6, 3 = Dieus? I, 14, 5: τὴν δὲ γῆν εἶναι μετέωρον ὑπὸ μηδενὸς κρατουμένην, μένουσαν δὲ διὰ τὴν ὁμοίαν πάντων ἀπόστασιν τὸ δὲ σχῆμα αὐτῆς γυρόν, στρογγύλον, κίονι λίϑω παραπλήσιον.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0078.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


