Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![habent circuitus et itineris terrae circuitum facientes. Propter hoc terra et olympus mundus habent naturam et stabilem. Cetera autem iter habent circueundi. Arab.: Die Welten unterhalb der Erde sind den Welten ober- halb derselben gleich an Zahl und Gestalt. Sie bewegen sich von selbst in um die Erde laufenden Kreislinien, welche in Zeit und Weg übereinstimmen. Deswegen haben die» Erde und die olym- pische Welt die Eigenschaft der Unbeweglichkeit; das Übrige befindet sich in kreisförmiger Bewegung. Aus diesem Abschnitte ebenso wie aus dem unmittelbar fol- genden geht abermals (s. oben 8. 67) der geozentrische Stand- punkt unseres Autors mit großer Deutlichkeit hervor. Er denkt sich mit fast allen älteren Physikern‘”) die Erde und die “olym- pische Welt’ fest und unbeweglich, alle übrigen κόσμοι (Sphären) aber bewegen sich fortwährend in Kreislinien rings um die Erde. Schon hieraus, und noch klarer aus dem folgenden Satze erhellt, daß hier die Erde als Kugel gedacht ist.'”) Dagegen ist es nicht leicht zu entscheiden, ob die χόσμοι unterhalb der Erde mit denen oberhalb derselben identisch sind oder nicht, und weiter ob die Bewegung der 5 beweglichen Sphären um die Erdkugel in der Richtung vom Zenith zum Nadir oder seitwärts wie bei Anaxi- menes (s. Anm. 128) zu denken ist, Mir ist im Grunde die er- stere Annahme weit wahrscheinlicher als die zweite, da sich unser Philosoph in Übereinstimmung mit den meisten Kosmologen des 6. und 5. Jahrhunderts offenbar das Weltall als Kugel (σφαῖρα, Gpeigog) gedacht hat!”), woraus folgt, daß auch die κόσμοι, die es 128) So Thales nach Aristot. de caelo B 13, 294% 28: τὴν γῆν ὡς διὰ τὸ πλωτὴν εἶναι μένουσαν. — Anaximander: Hippol. Ref. 1, 6, 3 = Dieus? 1,14, 5: τὴν δὲ γῆν εἶναι μετέωρον ὑπὸ μηδενὸς κρατουμένην, μένουσαν δὲ διὰ τὴν ὁμοίαν πάντων ἀπόστασιν τὸ δὲ σχῆμα αὐτῆς γυρὸν, στρογγύλον, κίονι λίϑῳ παραπλήσιον. Auch für Anaximenes folgt die Unbeweglichkeit der Erde aus dem Vergleiche Ὁ. Hippol. Ref. ı, 7, 6 = Dis I], 18, 45: οὐ κινεῖσϑαι δὲ ὑπὸ γῆν τὰ ἄστρα λέγει... ἀλλὰ περὶ γῆν, ὡσπερεὶ περὶ τὴν ἡμετέραν κεφαλὴν στρέφεται τὸ πιλίον. --- 129) 5. unten 8. 71 Anm. 1309. 130) Vgl. [Plut.] Strom. 2 = Dieus? I, 13, 36: φησὶ δέ [6 ᾿ἀναξίμανδροο] τινα ἐκ τούτου φλογὸς σφαῖραν περιφυῆναι τῷ περὶ τὴν γῆν ἀέρι ὡς τῷ δένδρῳ φλοιόν᾽ ἧστινος ἀπορραγείσης καὶ εἴς τινας ἀποκλεισϑείσης κύκλους ὑποστῆναι τὸν ἥλιον καὶ τὴν σελήνην καὶ τοὺς ἀστέρας. Ähnlich Hippol. Ref. ı, 6, 4ff. = Dies? I, 14, 884. Aöt. 2, 13, 7 u. τό, 5 = Deus? I 15, 308. οἷο. — Ebenso denkt sich Anaximenes das Weltall kugelförmig und die Bewegung der Sterne kreisförmig:](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


