Fr. Jul. Otto's Anleitung zur Ausmittelung der Gift und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen.
- Friedrich Julius Otto
- Date:
- 1884
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Credit: Fr. Jul. Otto's Anleitung zur Ausmittelung der Gift und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen. Source: Wellcome Collection.
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![das Arseu, als das flüchtigere Metall, deu äussersten Saum des Fleckens ein, und es verschwindet dann dieser äussere braunschwarze Theil. Befindet sich bei dem Arsen eine geringe Menge Antimon, so wird der Flecken vollständig gelöst (Wackenroder'). Bringt inan, mittelst eines Glasstabes, auf einen Arsenflecken einen Iropfen Schwefelammonium, und erwärmt man die Stelle des Schälchens, auf welcher sich der Flecken befindet, über einer kleinen Flamme, so löst sich derselbe vollständig auf. Lässt man dann den Tropfen eintrocknen, was durch Blasen auf die erwärmte Stelle beför- dert wird, so bleibt ein rein gelber Rückstand von Schwefelarsen. — Verfährt man auf gleiche Weise mit einem An tira on flec ken , so wird ein orangerother Rückstand von Schwefelantimon erhalten. Eben- falls ein charakteristisches Unterscheidungszeichen, welches von II. Rose aufgefunden ist. — Betupft man das Schwefelarsen mit einem Tropfen Salzsäure, so löst es sich nicht, während das Schwefel- antimon sehr leicht gelöst wird. — Eine Lösung von kohlensaurem Ammon löst, umgekehrt, das Schwefelarsen, wirkt nicht auf das Schwefelautimon. Betupft man einen Arsenflecken mit Salpetersäure von L26 bis 1'30 specif. Gewicht, so entsteht eine Lösung von arseniger Säure. In dieser bringt eine ammoniakalische Lösung von sal]3etersaurem Silber 2) oder eine Lösung von salpetersaurem Silber, nach vorsichtigem Neutralisiren mit Ammoniak, den charakteristischen gelben Nieder- schlag von arsenigsaurem Silber hervor. — Ein Antimonflecken verschwindet beim Betupfen mit der Salpetersäure ebenfalls, es ent- steht eine Lösung oder eine von Antimonoxyd weisslich trübe Flüssig- keit, in welcher Silberlösung keine Reaction hervorbringt. — Der Ver- such erfordert eine feine Hand. Die Salpetersäure wird mittelst eines dünnen Glasstabes auf einen möglichst starken Flecken gebracht und darauf ausgebreitet. Sollte nach einigen Minuten der Flecken nicht verschwunden sein, so setzt man noch ein wenig Säure zu. Gelindes Erwärmen des Schälchens, unter der Stelle, auf welcher sich der Flecken befindet, über einer kleinen Flamme, beschleunigt das Verschwinden. Sind dunkle Theilchen nicht mehr vorhanden, so setzt man vorsichtig, auf gleiche Weise wie die Salpetersäure, einen kleinen Tropfen der Silberlösung hinzu. War der Flecken ein Arsenflecken, so entsteht der gelbe Niederschlag entweder sogleich, oder nach dein Zugeben einer Spur von Ammoniak. Man bringt hierzu die verdünnte Ammoniak- flüssigkeit mit dem Glasstäbchen an den Rand des Tropfens und lässt sie in diesen fliessen. Der gelbe Niederschlag kommt an der Berüh- ') Pharm. Centralbl. 1852, S. 406. Eine Lösung von salpetersaurem Silber, zu welcher man genau soviel (nicht mehr!) Ammoniakflüssigkeit gegeben hat, als zum Verschwinden des entstandenen Niederschlags erforderlich ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28112234_0208.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


