Fr. Jul. Otto's Anleitung zur Ausmittelung der Gift und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen.
- Friedrich Julius Otto
- Date:
- 1884
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Credit: Fr. Jul. Otto's Anleitung zur Ausmittelung der Gift und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen. Source: Wellcome Collection.
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![ziehender mit Alkohol extrahirten, von der Weinsäure befreiten Objecte mit Wasser und demnächst mit verdünnter Salzsäure erhält man dann die etwa in jenen enthaltenen oxalsauren Alkalien und resp. das Cal- ciumoxalat derselben i). Handelt es sich nur um den Nachweis von Oxalsäure und kommt es dabei nicht darauf an, die Verbindungsform festzustellen, so extra- hirte man die Objecte sogleich mit salzsäurehaltigem Alkohol und be- handelte die dabei resultirende Lösung wie angegeben ^). Zu Seite 19, Anm. 1. Nach neueren, von Beckurts gemachten Wahrnehmungen sollen Bleisalze das Leuchten des Phosphors im Mit sch erlich’sehen Ap- parate nicht hindern [Arch. d. Pharm. (3, ßhe.), Bd. 21, S. 582]. Zu Seite 30, Anm. 1. Bischoff glaubt auf Grund seiner Erfahrungen, entgegen Soko- loff, der Untersuchung der Muskeln bei der Prüfung auf Blausäure nur eine untergeordnete Bedeutung beimessen zu können. Zu Seite 61. Papaverin geht schon aus weinsaurer Lösung (auch aus schwefel- saurer) in beachtenswerther Menge, jedoch sehr allmälig in Aether ein. So wurden z. B. bei einem von Reuss angestellten Versuche einer Lösiing von O'l g des Alkaloids in 20 ebem weinsäurehaltigen Wassers durch Schütteln mit 175 ebem Aether, in Portionen von 100, 50 und 25 ebem angewandt, ungefähr 0'04 g des Alkaloids ent- zogen. Nach weiterem dreimaligem Schütteln mit je 25 ebem Aether war kaum mehr als die Hälfte der Base der wässerigen Lösung ent- zogen. Das Alkaloid verhält sich also ähnlich wie Colchicin, dessen saure Lösung wir durch Behandeln mit Aether nie vollständig von dem Colchicin befreien konnten (Seite 70, Anm.); aus alkalischer Lösung wird jedoch Papaverin, zum Unterschiede von Colchicin, durch Aether Man kann auch, wenn Anhaltspunkte für eine Kleesalzvergiftung vor- liegen, in dem Rückstände von der Extraction der Objecte mit absolutem Alkohol (zur Aufnahme der freien und halb gebundenen 0.xalsäure s. o.) oder in einem besondei’en Theile derselben das Kali quantitativ bestimmen, bat dabei aber selbstverständlich eventuell auf den normalen Alkaligebalt der Objecte Rücksicht zu nehmen. 2) Es ist neuerdings (Archiv d. Pharm. Bd. 10, S. 172) behauptet wor- den, dass bei der „Zerstörung“ der Objecte mittelst Salzsäure und Kalium- chlorat sich Oxalsäure bilde; schon aus diesem Grunde dürfte, entgegen der Annahme von leseriell (S. 153, Anm.), kein Sachverständiger der Unter- suchung auf Oxalsäure die Behandlung der Massen mit jenen Agentieu vor- angehen la.ssen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28112234_0276.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


