Volume 1
Biochemie der Pflanzen / von Friedrich Czapek.
- Czapek, Friedrich, 1868-1921.
- Date:
- 1913-1921
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Credit: Biochemie der Pflanzen / von Friedrich Czapek. Source: Wellcome Collection.
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![bei verschiedener Konzentration des zugesetzten Stoffes führen, kann hier nicht näher eingegangen werden (1). Als Semikolloide fassen wir im Anschluß an Freundlich die Übergangsstufen zwischen wahren Lösungen und Solen (Emulsions¬ kolloiden) zusammen. Derartige Stoffe, wie die physiologisch bedeutungs¬ vollen Peptone (Albumosen), Gerbstoffe und Seifen haben kryoskopisch bestimmbares Molekulargewicht, sicher unter 1000 gelegen, und besitzen meßbares elektrisches Leitungsvermögen (2). Die Lösungen sind jedoch in höheren Konzentrationen oft opaleszent, schäumen leicht und neigen in den höchsten Konzentrationen dazu, bei hinreichender Abkühlung, zu gelartigen Massen zu erstarren. Alle diese Stoffe krystallisieren ge¬ wöhnlich nur schwierig. Auch viele der in der Experimentalphysiologie oft verwendeten Teerfarbstoffe gehören zu den Semikolloiden. § 3. Fortsetzung; Die Gele und die Adsorptionserscheinungen. Die Gele sind starre Kolloide mit festem Dispersionsmittel und flüssiger disperser Substanz. Es bedarf allerdings noch weiterer Unter¬ suchungen, bevor die Behauptung aufgestellt werden kann, daß die beim Eintrocknen, Ausfrieren usw. entstehenden amorphen festen Massen aus Suspensoiden gleichfalls heterogene Systeme darstellen. Was von typi¬ schen Gelen bekannt ist, hängt mit lyophilen amikronischen Solen zusammen. Nur bei sehr großem Wasserverluste bilden die Gele hornartige spröde Massen; sie nehmen unter Volumvergrößerung (Quellung) reichlich Wasser auf, wenn man sie in Wasser legt, und werden zu gallertigen Massen verschiedener Konsistenz. Bei Wasserverlust tritt Schrumpfung ein. Zu den Gelen zählen die Zellmembranen, Gummiarten, Stärke¬ körner, und wohl auch manche Protoplasmabestandteile der Pflanzen - zelle, wie Zellkern und manche Chromatophoren. Man denkt sich auf Grund der theoretischen Überlegungen und in Anlehnung an mikro¬ skopische Untersuchungen von Bütschli (3) den Bau der Kolloide als äußerst feines schaumartiges Kammerwerk, dessen Wände aus einer festeren, an Dispersionsmittel ärmeren Phase bestehen, und welches ein flüssiges Kolloid einschließt, in Form von kleinsten Tröpfchen oder Bläschen. Die von Bütschli mikroskopisch wahr genommenen Struk¬ turen entsprechen jedoch keinesfalls dem elementaren Aufbau von Gelen, sondern stellen außerordentlich viel gröbere Verteilungen dar. Bei den Gelen spielen, wie bei festen Körpern, die Widerstände gegen die Ver¬ schiebungen der Teilchen und die elastischen Eigenschaften bereits eine bedeutende Rolle. Die Gele gehören wesentlich zu jenen Bestandteilen des lebenden Organismus, welche an der Erhaltung der spezifischen Form beteiligt sind. Nur bei den Amöben, Myxomyceten und ähnlichen 1) Hierzu O. Porges u. E. Neubauer, Biochem. Ztsch., 7, 152 (1907); Kolk Ztsch., 5, 193 (1909) [für Lecithin]. B. H. Buxton, Ztsch. Koll.chem., 5, 138 (1909). Freundlich, Kapillarchemie, p. 461 (1909). — 2) Für Seifenlösungen: L. Kahlenberg u. O. Schreiner, Ztsch. physik. Chem., 27, 552 (1898). — 3) Bütschli, Untersuchungen üb. mikroskop. Schäume (1892). R. Zsigmondy, Ztsch. anorgan. Ohem., 7/, 356 (1911). R. E. Liesegang, Biolog. Zentr., 31, 445 (1911). M. W. Beijerinck, Ztsch. Koll.chem., 7, 16 (1910). Ultramikroskop. Beobacht, an Gallerten: W. Bachmann, Ztsch. anorgan. Chem., 73, 125 (1911). R. Zsigmondy, Ztsch. Koll.chem., //, 145 (1912). Weimarn, Ebenda, 10, 131 (1912).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31359541_0001_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


