Volume 1
Biochemie der Pflanzen / von Friedrich Czapek.
- Czapek, Friedrich, 1868-1921.
- Date:
- 1913-1921
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Credit: Biochemie der Pflanzen / von Friedrich Czapek. Source: Wellcome Collection.
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![und Kautschuk stimmt das Quellungsgesetz in der Tat recht gut mit der exponentiellen Gleichung P = P1cK, wobei P4 und K konstante sind, und läßt sich somit mit Adsorptionsvorgängen vergleichen. Es be¬ herrschen also nicht Löslichkeitsvorgänge, sondern Grenzflächenphänomene das Bild der Quellung. Wie Freundlich nachdrücklich hervorgehoben hat, wirken alle Fak¬ toren, welche die Teilchen eines elastischen Gels gegeneinander leichter ver¬ schieblich machen und welche den Elastizitätsmodulus verringern, auf die Quellungsvorgänge im begünstigenden Sinne. Die Beeinflussung der Quel¬ lung von Hydrogelen durch Salze entspricht vollkommen der Fällungs¬ wirkung und Löslichkeitsbeeinflussung durch Salze bei Hydrosolen, wie sie zuerst Hofmeister (l) konstatiert hat. So begünstigt das am Ende der HoFMEiSTERschen „lyotropen“ Reihe stehende Rhodanat die Quellung von Gelatine sehr stark. Auch die Halogenide M.G1, M.Br, Chlorate und Nitrate wirken stärker quellend als reines Wasser. Hingegen ist die Quellung bei Gegenwart von Sulfat, Citrat, Tartrat und Acetat geringer. Desgleichen bei Gegenwart von Alkohol oder Zucker. Wo. Ostwald (1 2 *) hat für die Gelatine¬ quellung in Salzlösungen die Kurve der Abhängigkeit von der Konzentration näher festgelegt. Bei der Totalwirkung von Salzen auf Quellungsvorgänge hat man natürlich zu beachten, daß die Wirkung sich aus den Wirkungen der Ionen als Komponenten zusammensetzt. Hierbei gelten für die hin¬ dernde Wirkung auf die Fibrinquellung in Säuren nach M. H. Fischer und Moore (3) die Reihen: CI Br NOg SCN J Acetat S04 ]>T)04 Tartrat Citrat Fe > Cu > Ca > ßa> Mg > NH4 > Na > K Nach den Erfahrungen von Wo. Ostwald (4) lassen sich die Erfah¬ rungen über die Quellung von Gelatine in Wasser und in Salzlösungen auch auf die Wirkung von Säuren und Alkalien auf die Gelatinequellung über¬ tragen, nur spielen hier die Elastizitätsverhältnisse eine größere Rolle. Zu den Entquellungsvorgängen hat man auch das Ausfrieren von Gallerten zu rechnen, welches auf eine Wasserentziehung beim Aus- krystallisieren des Eises hinausläuft (5). Bei den elastischen organischen Gelen ist dieser Vorgang bekanntlich nicht ohne weiteres beim Auftauen reversibel, und man hat z. B. bei Gelatine, Stärkekleister neuerliches Erhitzen nötig, um wieder ein elastisches wasserreiches Gel zu erhalten. Die Gummiarten und Schleime hingegen liefern ohne weiteres reversible Gallerten und Lösungen. Mit dem Einflüsse von verschiedenen Stoffen auf den Quellungszustand von Hydrogelen steht unstreitig auch die inter¬ essante und physiologisch bedeutsame Frage über die Diffusionsvorgänge in Gallerten in nahem Zusammenhänge. Ältere Untersuchungen, von Graham angefangen (6), hatten (wohl durch Anwendung zu geringer 1) F. Hofmeister, Arch. exp. Path., 28, 210 (1891). — 2) Wo. Ostwald, Pflüg. Arch., in, 581 (1906). W. Pauli, Ergehn. Physiol., 6, 106 (1907). — 3) M. H. Fischer u. G. Moore, Ztsch. Koll.chem., 5, 197 (1909). — 4) Wo. Ostwald, Pflüg. Arch., 108, 563 (1905). H. R. Procter, Koll.chem. Beihefte, 2, 243 (1911). Abhängigkeit von der Konzentration der Säuren und Alkalien: R. Chiari, Biochem. Ztsch., 33, 167 (1911). — 5) Lit. H. W. Fischer u. O. Bobertag, Biochem. Ztsch., 18, 58 (1909); Ber. ehern. Ges., 41, 3675 (1908). G. Bruni, Ber. chem. Ges., 42, 563 (1909). H. Molisch, Untersuch, üb. d. Erfrieren der Pflanzen, p. 7 ff. (Jena 1897). Liesegang, Flora, 96, 523 (1906); Ztsch. Koll.chem., 10, 225 (1912). A. Lotter¬ moser, Ber. chem. Ges., 41, 3976 (1908). — 6) Vgl. Graham, Lieb. Ann., 121, 5, 29 S. H. de Vries, Rec. trav. chim. Pays-Bas, j, 375 (1884). N. Pringsheim, wiss. Botan., 28, 1 (1895); Ztsch. physik. Chem., 17, 473 (1895).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31359541_0001_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


