Die Massenverhältnisse des menschlichen Herzens / von Wilhelm Muller.
- Müller, Wilhelm, 1832-1909.
- Date:
- 1883
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Credit: Die Massenverhältnisse des menschlichen Herzens / von Wilhelm Muller. Source: Wellcome Collection.
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![Zur Bestimmung der Länge der Herzventrikel haben Bizot, Vernois und Ranking die Herzbasis zum Ausgangspunkt genommen, Buhl die’ Linie des Eingangs in die Valsalva’schen Taschen. Alle hierher gehöri- ] gen Beobachter haben ausschliefslieh oder fast ausscldiefslich Hospital- material zu ihren Messungen verwendet. Die Zahl der Beobachtungen ist bei Merbach zu gering, als dafs sie eine Unterlage für Mittelwerte dar- böte. Bizot stellte seine Messungen an den Herzen von 156 Individuen (73 M., 83 W.) aus allen Lebensaltern au, Vernois benutzte 428 Indivi- duen und zwar 160 Knaben vom 1. bis 4. und 168 Mädchen vom 1. bis 3. Lebensjahr, 90 Individuen zwischen dem 30. und 60. Jahr. Ranking untersuchte die Herzen von 15 Männern zwischen dem 26. und 65. und von 17 Frauen zwischen dem 18. und 62. Jahr. Buhl endlich stellte seine Messungen an 62 Männern und 38 Frauen aus den verschiedenen Lebensaltern an. Der Umfang des Beobachtungsmaterials ist nur bei Vernois hinreichend grofs, um brauchbare Mittelzahlen zu gewähren. Trotz dieser Einwände nmfs die Umsicht anerkannt werden, mit welcher namentlich von Bizot der Gegenstand behandelt worden ist. Er kommt auf Grund seiner Messungen zu dem Schlüsse, dafs das Herz das ganze Leben hindurch wächst und im Alter nicht nur absolut, sondern auch relativ an Gröfse zunimmt wegen der Abnahme des Körpers. Die Dimensionen sind bei dem weiblichen Geschlecht stets geringer als bei dem männlichen. Den Einfluß? der Körperlänge präzisiert Bizot dahin, dafs bei gröfserer Länge das Herz relativ kleiner erscheint. Auch den Einflufs der Körpermasse hat Bizot indirekt festzustellen gesucht, indem er die Dimensionen des Herzens mit der Schulterbreite vergleicht und findet, dafs der gröfseren Schulterbreite ein gröfseres Herz entspricht. Der Rauminhalt der Ventrikel nimmt mit den Jahren zu, aber nach dem fünfzigsten Jahre nur wenig; die gröfsere Kapazität des rechten Ventrikels erklärt Bijot für eine normale Erscheinung. Bei dem Embryo ist die Dicke beider Ventrikel annähernd gleich, bei der Geburt der linke Ven- trikel nur wenig dicker als der rechte; die Dicke der Wand des linken Ventrikels wächst das ganze Leben hindurch, aber vom fünfzigsten Jahre j an sehr langsam, ebenso wächst die Dicke der Kammerscheidewand; die Dicke der Wand des rechten Ventrikels nimmt im Verlauf des Alters viel weniger zu als jene des linken. Der Einflufs der Phthise wird dahin festgestellt, dass das Herz überhaupt sich verkleinert und zwar, wie Bizot entgegen Louis (Recherclies sur la phthisie p. 54) behauptet, mehr als bei andren chronischen Krankheiten. Die Verkleinerung betrifft uament-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717345_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


