Ein Fall von primärem Gallenblasenkrebs ... / vorgelegt von E. Hartmann.
- Hartmann, E. (Ernst Martin Elimar), 1871-
- Date:
- 1896
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Credit: Ein Fall von primärem Gallenblasenkrebs ... / vorgelegt von E. Hartmann. Source: Wellcome Collection.
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![! die Gefässwand vordringt, gerade an einer Teilungsstelle des Gefässes und die Wand zu durchbrechen im Begriff steht. j Die untersuchten Thromben sind zum Teil organisirt, zuiu j Teil waren es frische Gerinnsel ohne Organisation. Um die pathologische Bedeutung des mikroskopischen Bildes völlig verstehen zu können, ist es notwendig auf die normale Struktur der Gallenblase einzugehen. Henle schildert sie folgen- dermassen: Die Mächtigkeit der Wand der Gallenblase beträgt im ausgedehnten Zustande i—2 mm. Davon kommen 0,3—0,4 mm auf die feste innerste Schichte, die sich mikroskopisch als eine besondere Art muskulöser Schleimhaut erweist. Sie besteht nämlich aus wiederholt alternirenden, ziemlich gleich mächtigen Lagen von straffem Bindegewebe und von einander durch¬ kreuzenden Muskelbündeln, so zwar, dass eine von einem sehr feinen und regelmässigen Capillarnetz durchzogene Bindegewebs- lage die freie Oberfläche bildet. Diese bedeckt ein Cylinder- epithelium von ebenfalls eigentümlichem Bau. Die Cylinder, an Höhe den cylindrischen Zellen des Ductus hepaticus gleich, zeigen nämlich dieselben verdickten streifigen Säume, wie sie an den Epithelialcylindern des Dünndarms Vorkommen. Die Oberfläche der Schleimhaut ist ferner* ausgezeichnet durch ein zierliches Gitterwerk sehr dünner, zahlreicher Fältchen, die auch bei der äussersten Dehnung der Wand nicht verstreichen. Dann heisst es zum Schluss: Schleimdrüsen kommen nur spärlich vor. Th eile, Wede und Kölliker vermissten sie gänzlich. Nach Luschka fanden sich deren 6—15 von kaum i mm Durchmesser mit zu¬ weilen sehr langem und geschlängeltem Ausführungsgang, der die Schleimhaut schräg durchbohrt. Früher schrieb man diesen Schleimdrüsen der Gallenblase nur eine sehr geringe pathologische Bedeutung zu, einmal, weil über¬ haupt die Gallenblase sehr lange Zeit hindurch ein Stiefkind der Pathologen war, andererseits, weil von den meisten Anatomen die Existenz derselben geleugnet wurde. In neueren Arbeiten kommen WeltzO) Divertikel der Gallenblase und A. Müller^) „zur Ü Diss. Kiel 1894. Ueber Divertikel der Gallenblase. 1 2) Diss. Kiel 1895. pathologische]! Bedeutung der Drüsen in der i menschlichen Gallenblase. ;](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30592331_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


