Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![beschränkten Stelle zu Tage tritt. Jedes Fach, der Rindenschichte wird von einem Lymphfollikel eingenommen , aber nicht vollständig, denn um ihn findet sich noch ein von Bindegewebe durchsetzter Raum, welcher der Lymphbahn an- gehört {Lymphscheide des Follikels). Der Follikel, ganz mit den oben beschrie- benen Bildungen übereinkommend, ist nur dadurch von diesen verschieden, dass er sich mit einer schiankern, strangartigen Fortsetzung, dem Markslrange, in die Marksubstanz verfolgen lässt. Die Markstränge der einzelnen Rindenfollikel bilden in der Marksubstanz der Drüse ein Maschennetz, welches in den Lücken des Netzes der Bindegewebsbalken angeordnet ist. Das vorstehende (Fig. 476) von Frey gegebene Schema einer Lymphdrüse versinnlicht diese Befunde. Die um die Rindenfollikel befindlichen Lymphscheiden setzen sich als Markscheiden, Lymphgänge, auf die Markstränge fort, bilden in der Marksubstanz gleichfalls ein Netzwerk. Zu diesen die Lymphdrüse durchsetzenden Lymphräumen stehen die Lymph- gefäße in bestimmter Beziehung. Sie verhalten sich zu ihnen als Vasa afferen- tia und Vasa efferentia. Gewöhnlich ist die Zahl der ersteren größer, und es besteht nur einVas efierens. Die Vasa afi'erentia (Fig. 474) treten zur Oberfläche der Rindenschichte, verzweigen sich daselbst mehrfach, und lassen ihre Zweige durch die bindegewebige Kapsel ins Innere gelangen, wo sie in den Lymphscheiden der Rindenfollikel sich auflösen. Die Lymphe der Vasa afFerentia ergießt sich also in die Lücken und Spalten, welche um die Follikel sich finden, gelangt dann in die Marksubstanz, wobei sie die Markstränge gleichfalls bespült, vertheilt sich in dem Netzwerk der Markscheiden und wird von da von den Wurzeln des Vas efferens [h] aufgenommen, welches am Hilus der Drüse sich in ähnlicher Weise verhält, wie die Vasa afferentia an der Oberfläche der Rinde. Das Wesentliche der Structur einer Lymphdrüse besteht also in der Auflösung der zuführenden Lymphgefäße in zahlreiche enge, mit einander auastomosirende Bahnen, die an der Bildungs- stätte von Lymphzellen vorüberziehen und sich in eine Minderzahl ausführender Gefäße sammeln. Die Vertheilung der Rinden- und Marksubstanz ist verschie- denartig, letztere ist in den Mesenterialdrüsen sehr ausgebildet, an den anderen nur in geringem Maaße vorhanden. Auch die Follikel können unter einander zusammenhängen, sowie weiter nach innen zu einzelne Strecken der Markstränge durch voluminösere Gestaltung Follikelform gewinnen. Den Lymphdrüsen sind reiche Blutgefäße zugetheilt. Kleine Arterienzweige verästeln sich an ihnen, theils an der Oberfläche, theils von da aus in das bindegewebige Gerüste, von wo das Capillarnetz zu den Follikeln und Mark- strängen seine Verbreitung nimmt. Die Lymphdrüsen finden sich theils vereinzelt, theils in Gruppen. Ersteres ist bei den am meisten peripherisch gelegenen der Fall. Je näher sie in den centralen Sammelpuncten der Lymphgefäße lagern, desto reicher sind die Gruppen an einzelnen Drüsen. Wenige größere vertreten nicht selten die Stelle zahlreicher kleinerer und umgekehrt. Aus der Form mancher Lymphdrüsen ergibt sich, dass Verschmelzungen mehrerer zu einer einzigen vorkommen. Die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0756.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)