Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![Der Truncus intestinalis sammelt vorwiegend die Lymphgefäße des l)ünndarms , auch jene des Colons bis zur Flexura sigmoides Dieser Abschnitt der Lymphbahn führt zur Zeit der Verdauung ^)Chylusu, daher diese Gefäße als Chylus- oder Milchsaftgefäße benannt sind. Die Gefäße durchsetzen vom Dünn- darm her zahlreiche zwischen den beiden Platten des Mesenteriums eingebettete Lymphdrüsen, Gl. mesentericae 8. mesaraicae, deren Zahl weit über hundert angegeben wird. Sie sind von der Mesenterialinsertion an durch's ganze Gekröse vertheilt, distal mehr vereinzelt, gegen das Duodenum zu in gedrängterer An- ordnung. An die entfernteren, dem Darme benachbarten Drüsen treten die Gefäße des Darmes direct heran; ihre Vasa eflferentia sind Vasa afferentia für die folgenden Drüsen, bis endlich die letzten ihre V. efferentia zum Truncus schicken. So durchsetzen die Gefäße auch hier mehrfache Drüsen, die man in Eeihen angeordnet sich vorstellen kann; die der innersten Reihe sind meist zu einem ansehnlichen Paquete in der Radix mesenterii vereinigt. Am Colon verhalten sich die Drüsen [Gl. mesocolicae) in ähnlicher Weise. Die Vasa efferentia der innersten begeben sich gleichfalls zum Truncus intesti- nalis. Die vom Beginne der Flexura sigmoides vorhandenen verlaufen zum Plexus aorticus; zwischen diesem und den benachbarten Geflechten bestehen jedoch vielfältige Verbindungen, so dass von dem Plexus coeliacus aus ein Theil der Vasa eflferentia mit dem Truncus intestinalis in Verbindung tritt. Über die Anordnung der Lymphgefäßstämme im Körper s. als Hauptwerk Mascagni, P., Vasorum lympliaticorum corporis humani historia et iconographia. gr. Fol. Senis 1787. Milz (Spien, Lien). §251. Dieses durch seine Beziehungen zum Blutgefäßsystem wie zum Lymphappa- rate eine eigenthümliche Stellung einnehmende Organ liegt im linken Hypochon- drium. Von längsovaler Gestalt folgt es dem Verlaufe der 9.—11. Rippe, und zeigt sich in dieser Gestalt dem Räume angepasst, welcher in jener Gegend vom Zwerchfell, vom Magen und von der linken Niere begrenzt wird. Den es begrenzenden Theilen entsprechen die Verhältnisse der Oberfläche, aus denen die sehr variable Form resultirt. Wir finden eine äußere, dem Zwerchfell zugewendete und demgemäß etwas gewölbte Fläche [Superficies phrefiica) und eine der Bauchhöhle zugekehrte, welche durch einen longitudi- nalen Vorsprung in zwei, meist etwas vertiefte Facetten geschieden wird. Die hintere, untere Facette empfängt von der Niere eine schwache Vertiefung (Super- ficies renalis) , die obere vordere ist meist etwas breiter und hat den Magen- blindsack angelagert [Superficies gastrica]. Die Zwerchfellfläche geht mit einer stumpfen Kante [Margo obtusus) in die Nierenfläche über und wird durch einen schärferen, in der Regel gekerbten Rand [Margo crenatus) von der Magenfläche getrennt. Das vordere Ende ist meist breit und stumpf, während das hintere](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0762.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)