Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![schmäler ist. Die beide innere Flächen trennende Kante ist von ebenso wech- selnder Gestalt wie die übrigen Formverhältnisse des Organs. Sie stellt den Hüus vor, und auf ihr oder gegen die Superficies gastrica zu treten die reichen Blutgefäße des Organs aus und ein. Die Farbe der Milz ist tief grauroth oder bläulichroth. Tiefergehende Ein- schnitte lassen das Organ zuweilen gelappt erscheinen. Nicht selten kommen dem vorderen Ende benachbart einzelne, im Baue mit der Milz übereinstim- mende, kuglige Nehenmüzen vor. Auch das Volum des Organs ist großem Wechsel unterworfen, bietet sogar periodische Schwankungen, indem es wäh- rend des Verdauungsprocesses anschwillt. Bei manchen Krankheiten finden bedeutende Vergrößerungen statt. Die Vergrößerung macht sich nach vorne zu am meisten bemerkbar, da hinten durch die Niere eine Grenze geboten wird. Unter normalen Verhältnissen schreitet jedoch die Milz nicht über eine Linie, die man sich links vom Sternoclaviculargelenke bis zur Spitze der 11. Rippe gezogen denkt. Die Milz besitzt einen serösen Überzug, indem theils vom Zwerchfell, theils vom Magenblindsack her das Peritoneum sich als Duplicatur auf sie fortsetzt [Lig. gastro-lienale und iihrenico-lienale). Bezüglich der Structur der Milz ist zunächst der Kapsel zu gedenken, welche als eine dünne aber feste bindegewebige Schichte das ganze Organ über- kleidet und mit dem serösen Überzuge innig verwachsen ist. Diese Kapsel sendet ins Innere gröbere und feinere Fortsätze ab, die sich unter einander zu einem dichten Maschennetze verbinden [Müshalken]. Von den gröberen Balken zwei- gen sich feinere ab, und so wird das Parenchym des Organs von einem schwam- migen Gerüste durchzogen, dessen feinste Maschen mikroskopisch sind. Die Räume jener Maschen sind von einer dunkelrothen Substanz erfüllt, welche man als V Pulpa«, bezeichnete. Ihre Bedeutung wird durch den feineren Bau aufge- klärt, bei welchem die Blutgefäße die wichtigste Rolle spielen. Die am Hilus eintretenden Arterien verzweigen sich in der Milz unter oft wiederholten Theilungen, ohne dass zwischen den verschiedenen Arteriengebieten Anastomosen bestehen. Die kleineren Arterien lassen eine rasche Auflösung in feine Zweige erkennen, welche größtentheils die Hohlräume des Balken- netzes durchsetzen. An den in die Milz eintretenden Arterien ist der Adventitia noch eine Bindegewebsschichte als Arterienscheide angelagert. An manchen Stellen zeigen kleinere Arterien in dieser Scheide reticuläres Gewebe mit ein- gebetteten Zellen, und an anderen ist dieses Gewebe so reichlich, dass es einen der Arterie ansitzenden Follikel vorstellt, mit den Lymphfollileln in voller Übereinstimmung. Die Arterienscheiden sind dadurch den Lymphscheiden ähn- lich. Solche Follikel erscheinen dem unbewaflneten Auge auf Durchschnitten der Milz als graue oder weißliche von der dunkeln Pulpa sich abhebende Flecke, die sogenannten Malpighrsehen Körperchen der Milz. Das Stützgewebe dieser Follikel geht peripherisch in das feinste Balkennetzwerk über. Verfolgt man die arterielle Bahn weiter, so trifl't man die terminalen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0763.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)