Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![versaler Richtung vor, gemäß der Ausdehnung der Großhirn-Hemisphären über die Sehhügel. Die dünner gewordene Strecke bleibt in enger Verbindung mit der Gefäßhaut und stellt eine Epithelialüberkleidung derselben her. Eine Wucherung der Gefäßhaut gegen die Seitenventrikel erfolgt dann in Gestalt einer einragenden Falte längs der. wie oben bemerkt, jederseits schräg gelagerten Grenze zwischen Vorder- und Zwischenhirn. Diese Strecke gewinnt das Ansehen einer Spalte (Fissura transversa cerebri), durch welche die Gefäßhaut einzudringen scheint (vergl. Fig. 485 .1. ß). In Wirklichkeit besteht jedoch keine Lücke, denn die vorher hier vorhandene Decke überkleidet die Duplicatur der Gefäßhaut und setzt sich sowohl an dem oberen wie an dem unteren Rande der Spalte in die Gehirnwand fort. Weitere Veränderungen betreffen theils die Oberfläche, theils die inneren Theile des Großhirns. Von ersteren heben wir eine neue, von der Unterfläche des Vordertheiles der Hemisphären ausgehende Bildung hervor. Wie eine Aus- buchtung der Hemisphären (Fig. 484) tritt jederseits die Anlage eines später kolbenförmig sich gestaltenden Gebildes auf, der Lobus olfactorius (Fig. 486], welcher einen mit dem betreffenden Seitenventrikel communicirenden Binnenraum umschließt (Fig. 487). Umfänglichere Differenzirungen gehen in der Begrenzung des Monro'schen Loches und der Fissura transversa vor sich. Durch die das Wachsthum der Hemisphären nach vorne zu begleitende Ausdehnung der Seitenventrikel in der gleichen Richtung gelangt die Lamina terminalis immer mehr zur Bedeutung einer Scheidewand zwischen den Vordertheilen jener beiden Binnenräume. Sie setzt sich dabei jederseits in die von den Hemisphären gebildete obere Begrenzung der Fissura transversa fort, welche sich über den Sehhtigel seitlich, dann nach hinten und abwärts ausgedehnt hat. Dieser bogenförmig verlaufende Theil der Begrenzung jener scheinbaren Spalte ist der Randbo- gen ^ aus dessen unterem Theile das Gewölbe (Fornix) entsteht. Vor dem Monro'schen Loche erhebt sich der Fornix über den Sehhügel und erstreckt sich in dem um letzteren herum gewachseneu Theil der Hemisphären nach hin- ten und abwärts. Die bis zu den vorderen Schenkeln des Gewölbes von vorne her eingebuchtete, eine paarige dünne Lamelle darstellende Schlussplatte bleibt als Scheidewand zwischen dem vorderen Abschnitte der Seitenventrikel fortbestehen und bildet das Septum pellucidum (Fig. 486). Mit diesen Vorgängen ist, wieder von der Lamina ter- Sulcus calloso-margin. Splenium . corp. callosi Septum pellucidum Fimbria Mediale Fläche der rechtea Hemisphäre des Groß- hirns eines 6 monatlichen Embryo.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0787.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)