Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![Ausdehuuiig der erstereu iiaeli vorne zu eine weißliclie Stelle auf der Fläche des Nagels vor dem Nagelwalle sich unterscheiden lässt: die Lunula. In der Regel ist diese am Daumen, seltener an den nächst folgenden Fingern bemerkbar. Die erste Bildung des Nagels erfolgt nicht unmittelbar auf der Oberfläche. Viel- mehr entsteht nach der im 3. Monate sich zeigenden Abgrenzung des Nagelbettes, unter der Hornschichte der Epidermis des letzteren eine dünne, aus festen Zellen zusammen- gesetzte Platte. Diese nimmt allmählich vom Nagelfalz wie vom Bette her zu, und verliert gegen den sechsten Monat den von der Hornschichte gebildeten Überzug. Aber erst im siebenten Monat äußert sich das Längewachsthum durch frei vorragenden Rand. Beim Neugebornen erscheint der letztere scharf von dem noch auf dem Bette liegenden Theile des Nagels abgesetzt. Da er dünner und auch schmaler ist als letzterer, geht er bald verloren. II. Drüsen der Hant. §307. Die von der Epidermis gebildeten, im Integumente verbreiteten Drüsen gehen aus ähnlichen Anlagen hervor, wie sie für die Haarbälge angegeben wurden. Eine von der Malpighi'schen Schichte ausgehende Wucherung von Zellen senkt sich in die Lederhant ein. Indem die schlauchförmige Anlage in der begonnenen Richtung fortwächst, gestaltet sich das Gebilde zu einer tubulösen Drüse (vergl. S. 27). Aber das Ende des Schlauches wächst, nachdem es eine bestimmte Tiefe erreicht hat, nicht mehr in gerader Richtung weiter. Man kann sich vorstellen, dass das gerade Fortwachsen eine äußere Hemmung erfährt, so dass nunmehr Windungen der terminalen Schlauchstrecke entstehen. Diese gestalten sich end- lich zu einem Knäuel. Solche geknäuelte Drüsen [Glandulae glomiformes] bilden eine Abtheilung der Hautdrüsen. Die andere wird durch solche vorgestellt, bei denen die sonst gleichfalls einfache Anlage sich verzweigt, und die Zweige nach Maßgabe verschiedengradiger Theilung in Drüsenläppchen auslaufen. So stellen sich dann gelappte Drüsen [Gl. acinosae) dar. Da beide Formen eine gleich- artige erste Anlage besitzen, ist die Entstehung indifferenterer Drüsenformen an manchen Localitäten begreiflich. In beiden Abtheilungen erscheint die Function der Organe mannigfaltig, indem ähnlich gebaute Drüsen verschieden geeigenschaftete Secrete liefern. Die mächtige Entwickelung des Drüsenapparates der Haut zeigt sich weniger im Volum der einzelnen Organe als in der großen Verbreitung derselben über das gesammte Integument. Daraus resultirt auch die Bedeutung dieser Drüsen, die uns nicht blos in der Production von Auswurfstoffen entgegentritt, sondern auch von solchen, die in der Ökonomie des Organismus noch Verwendung finden. 1. Knäueldrüsen der Haut. § 308. a. Schweißdrüsen [Gl. sudoriferae) bilden die über das gesammte Integument verbreiteten, dem unbewafi'neten Auge zumeist nicht mehr sichtbaren](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0914.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)