Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
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Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
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![Ohrschmalz [Cerumen], welches die Drüsen als gelbliche Lage erscheinen lässt. Im Baue kommen sie in wesentlichen Punkten mit den Schweißdrüsen überein. c. Analdrüsen [Gl. anales] bilden einen die Afterölfnung umgebenden Ring, sind um mehrfaches größer als die Schweißdrüsen und liefern einen Riech- stoff. Bei Säugethieren finden sich solche Drüsen in bedeutender Entfaltung. Alle diese Drüsen spielen durch die Production von Riechstoffen, die dem Secrete beigemischt sind, bei den Säugethieren eine wichtige Rolle. 2. Aeinöse Drüsen. § 309. a. Talgdrüsen [Glandulae sebaceae]. Diese gleichfalls fast über das ge- sammte Integument verbreiteten Drüsen sind größtentheils mit den Haarbälgen verbunden (Fig. 526). Es sind bald mehr bald minder reich verzweigte Gebilde, deren in der Regel kurze, mitAcinis besetzte Ausführgänge je zu einem weiteren Ausführgange sich vereinigen, und mit diesem gewölmlicli in den Hals eines Haarbalges münden, mit dem sie sich entwickelt hatten. Sie sondern den Haut- talg [Sebum cutaneum) ab. An den stärkeren Haaren finden sie sich in größerer Anzahl, zuweilen in rosettenförmiger Gruppirung um den Follikel. An den feinen Wollhaaren sind sie zwar an Zahl geringer, aber von relativ sehr ansehn- lichem Umfang, so dass der Haarbalg wie ein Anhang an dem Ansführgange der Drüse sich ausnimmt. Zwischen den Haarbälgen und den dazu gehörigen Talg- drüsen finden sich hin und wieder isolirte , von einfacherer Form. Es sind ter- minal erweiterte Schläuche, oder solche, welche nur mit wenigen Acinis besetzt sind. Diese kleineren Formen der Talgdrüsen finden sich auch an einigen sonst haarlosen Stellen, so eine Zone am rothen Lippenrande (Kölliker) . Außer den erwähnten Modiflcationen finden sich noch andere vor, die auch in der Qualität des Secrets von den Talgdrüsen abweichen. So die Meibom sclien Drüsen der Augenlider. Dies sind längere, mit vielen Acinis besetzte Schläuche, welche dem Tarsus der Augenlider eingelagert siud und am Lidrande münden. Der feinere Bau der Talgdrüsen zeigt eine structurlose Membran, welche das Drü- senepithel trägt, welch' letzteres in mehreren Schichten in die äußere Wurzelscheide des Haarbalges , oder bei den selbständig ausmündenden in das Stratum Malpighii der Haut fortsetzt. In den Acinis folgen auf eine einfache, meist aus hellen Zellen bestehende äußere Lage noch einige Zellschichten, mit denen das Lumen des Acinus mehr oder minder ausgefüllt ist. Diese Zellen erscheinen auf verschiedeneu Stadien der Verände- rung. Sie sind mit feineren oder gröberen Fettkörnchen gelullt, auch mit kleinen Tröpf- chen, wobei das Protoplasma mehr oder minder zurücktritt. Durch das Zusammenfließen der Tröpfchen entstehen größere Massen, welclie die ganze Zelle einnehmen und mit Zerstörung ihrer Umhüllung frei werden. Solche freie Talgmassen finden sich in den Ausführgängen, wohl auch noch mit Secretionszellen untermischt. Dieses Secret wird in dem Haarbalg au der Oberfläche des Haares entleert und liefert diesem einen fettigen Überzug. Große Talgdrüsen sind in, der Haut des Gesichtes, besonders an der IS'ase verbreitet, wo eine Verstopfung des Ausführganges und infolge dessen Ansammlung des Talgs in der Drüse die sog. Comedonen erzeugt. Häufig sind diese Talgdrüsen von einer mikro-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0916.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)