Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1883
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der anatomie des menschen / von C. Gegenbaur ; mit 558 zum theil farbigen holzschnitten. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
961/1014 (page 939)
![auf. Lateral davon besteht der längliche, weiter abwärts sich erstreckende Re- cessKS ellipticus [R. hemiellipticus), in welchen der Utriculus sich einbettet. Beide Vertiefungen werden durch einen senkrechten Vorsprung getrennt [Crista vestihuli), welcher oben am bedeutendsten einragt [Pyramis], unten dagegen sich in zwei schwächere Schenkel theilt; der vordere (mediale) umgibt den Recessus sphaericus, der hintere (laterale) erstreckt sich zur Ampulle des hinteren Bogen- ganges. Bei4e Schenkel umfassen eine kleine Vertiefung, den Recessus cochlearis, welcher den blindsackartigen Anfang des Canalis cochlearis aufnimmt. Oben, hinten und unten bestehen fünf ansehnliche Öflfnungen, welche in die knöchernen Bogengänge führen. Außerdem bemerkt man noch feine, fast mikroskopische Öff- nungen, welche in Gruppen beisammen sich finden und poröse Stellen der medialen Vorhofswand bilden. Durch diese Siebflecke [Maculae crHhrosae) treten Nerven zu den Vorhofssäckchen und den Ampullen der Bogengänge. Die Siebflecke sind zu vieren untersclieidbar. Ein oherer findet sich am oberen Ende der Crista vestibuli, ein mittlerer kommt dem unteren Abschnitte des Recessus sphaeri- cus zu, der untere findet sich unterhalb des Recessus ellipticus. Endlich trifft sich noch einer im Recessus cochlearis. — Durch den oberen Siebfleck tritt der Nerv für den Utriculus sowie für die Ampulle des vorderen und äußeren Bogenganges ein; durch den mittleren der Nerv für den Sacculus; durch den unteren der Nerv für die Ampulle des hinteren Bogenganges. Die Mündung des knöchernen Aquaeductus vestihuli liegt unter- halb der Mündung des gemeinsamen Schenkels des vorderen und hinteren knöchernen Die kochernen Bogengänge umschließen die membranösen, denen sie in der Anordnung entsprechen. Ihr Lumen hält 1,5 — 2 mm im Durch- messer; auf dem Querschnitte erscheint es elliptisch. Den Ampullen der häu- tigen Bogengänge entsprechen solche an den knöchernen. Der vordere oder obere verticale Bogengang steht mit seiner Ebene quer zur Felsenbein-Pyramide, so dass sein Scheitel einer Erhebung [Jugum ■petrosum) der oberen Kante jener Pyramide entspricht, unter der von der medialen Seite her eine spaltförmige Einsenkung sich findet. Beim Neugebornen besteht hier eine ansehnliche vom knöchernen Bogengänge überdachte Vertiefung (S. 171). Die Ampulle mündet in den oberen Theil des Vorhofes. Das andere Ende des Bogenganges verbindet sich mit dem oberen Schenkel des hinteren zu einer gemeinsamen Endstrecke, welche hinten in den Vorhof mündet. Der hintere oder untere verticale Bogen- gang ist der längste aber auch engste. Sein Scheitel sieht nach hinten und außen. Die Ebene, Inder er liegt, entspricht der hinteren Wand des Felsenbeins. Seine Ampulle mündet in den unteren hinteren Theil des Vorhofs. Der äußere oder horizontale Bogengang ist der kürzeste. Sein Lumen ist weiter als das der übrigen. Mit dem ampullaren, vorderen Schenkel öfinet er sich über der Fenestra ovalis in den Vorhof; der hintere Schenkel mündet zwischen der Am- pulle des hinteren Bogenganges und dem gemeinsamen Schenkel dieses und des vorderen Bogenganges in den Vorhof ein. Alle drei Bogengänge bieten außer der Hauptkrümmung noch andere, durch welche sie etwas von den Ebenen abweichen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053959_0961.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)