Die Tuberculose der menschlichen Gelenke sowie der Brustwand und des Schädels : nach eigenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen / von Franz König.
- Franz König
- Date:
- 1906
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Credit: Die Tuberculose der menschlichen Gelenke sowie der Brustwand und des Schädels : nach eigenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen / von Franz König. Source: Wellcome Collection.
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![nicht überschätzen. Sic werden um so unsicherer, je mehr sich die I^i*- krankung als Hydrops serosus gestaltet hat. Wir haben bereits erwähnt, dass in diesen Fällen der BaciJlennachWeis selten gelingt. Ein positives Zeichen hat einen gewissen Wert,]): der von uns angeführte 13efund von „Knorpelschüppchen, kleinen weissen Flöckchen. Solche werden, soweit mir bekannt, am tuberculösen Gelenk nicht gefunden. In der Flüssigkeit des Hydrops fibrin., welche in der Regel mit der Zunahme losen Faserstoffs dicker, trüber von gelblicher, bernsteingelblicher Farbe ist, linden sich Bacillen öfter. Auch finden sich wohl bereits organisirte ab- gelöste Theile, in welchen das Mikroskop Tuberkel nachweist. Aber auch bei ihnen bleibt die Diagnose oft zweifelhaft und man würde unter Umständen das Thierexperiment zu Hülfe nehmen. Sicherheit verleiht dann öfter noch die Untersuchung eines zur Probe excidirten Stückes der Syno- vialis. — Fassen wir noch einmal alles zusammen, so müssen wir sagen: „Man kann diagnosticiren, dass es sich um einen Hydrops serosus oder scrotibrinosus handelt, in einer Anzahl von Fällen gelingt es auch, die Dia- gnose der Tuberculose sicher zu stellen oder sie zu grösster Wahrschein- lichkeit zu erheben. Aber es bleiben Gelenke übrig, bei welchen wir nicht im Stande sind, die Diagnose nach der Seite der Aetiologie ohne Eröffnung des Gelenkes sicher zu stellen. II. Tuberculös granulirende Gelenkentzündung, Fungus articul. (Tumor albus, weisse Geschwulst.) Während wir bei dem Entwerfen des pathologisch-anatomischen Bildes sahen, dass es sich bei dem Hydrops fibrinosus um etwas Werdendes, um Entwicklungsvorgänge der tuberculösen Gelenkprocesse handelte, müssen wir die Erkrankungsform, welche wir hier besprechen, als das fertige Bild ansehen. Wir sind der Meinung, dass wenn nicht alle, so doch die über- wiegende Mehrzahl aller tuberculöser Gelenkprocesse ein Stadium des sero- fibrinösen Frgusses durchgemacht haben und können diese unsre Anschau- ung sowohl durch Krankenbeobachtung als auch auf anatomischem Wege stützen. Der Flüssigkeitserguss schwindet bis auf geringe Reste, gleich- zeitig hört die Tendenz zur Faserstoffbildimg auf, die neugebildeten Ge- websmassen consolidiren sich, sie verschmelzen mit den alten Geweben und inficiren dieselben, indem sie Tuberkelbildung hervorrufen. Immerhin vermag durch locale Verkäsung der Process wieder von Neuem aufzu- flammen, aber das Neugebildete geht bei dem gewöhnlichen Verlauf zurück, bei mangelndem Nachschub von Faserstoff und Organisation stellt sich locale Schrumpfung ein und die Tuberculose heilt aus. Der Schwerpunkt liegt in diesem Stadium auf dem Verhalten der Synovialis, welche gewuchert erscheint. Die Veränderungen an Knochen 3*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172535_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)