Die Tuberculose der menschlichen Gelenke sowie der Brustwand und des Schädels : nach eigenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen / von Franz König.
- Franz König
- Date:
- 1906
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Credit: Die Tuberculose der menschlichen Gelenke sowie der Brustwand und des Schädels : nach eigenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen / von Franz König. Source: Wellcome Collection.
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![krankten, sehr rasch nach der Heilung ihre Beweglichkeit bekamen, wie denn auch die Muskeln bei Anwendung der Massage nach der Heilung sich wieder entwickelten. Eine Anzahl von Gelenken wird bei dieser Behandlung- heil. Doch können wir zuweilen auch noch die Heilung durch Jodoform- injeetionen unterstützen. Im Allgemeinen sind dieselben bei diesen Formen, wie wir oben anführten, um deswillen nicht so wirksam, weil sich das Jodoform in einem mit Granulation gefüllten Gelenkraum nicht diffus ver- breitet. Deshalb verzichten wir darauf, Injectionen in den Gelenkraum selbst zu machen. Wir führen aber die mit Hohlnadel armirte Spritze zumal bei localisirter Schwellung und besonders bei solcher, welche durch Verkäsungsherde hervorgerufen wurde, in dieselbe ein und machen kleinere Injectionen an verschiedenen Stellen. Aber alle diese Maassnahmen sollen nur vorgenommen werden an Gelenken, welche in Gebrauchsstellung stehen. Wenn dies nicht der Fall ist, muss die Stellung corrigirt werden. Die Correctur geschieht je nacli dem Gelenk und dem Grad der Deformität, bald mit den Händen, allmälig oder in brüsker Weise, bald durch Extension oder auf maschinellem Wege. Erst nachdem die gewünschte Stellung er- reicht ist, folgt die Anlegung des Verbandes. Wir haben ja eingangs betont, dass bei all' diesen Heilungsversuchen unser Bestreben darauf gerichtet ist, vom Gelenk zu erhalten, was davon zu erhalten ist. Somit kommt in erster Linie in Frage, ob die Gelenke beweglich ausheilen. Wer unseren anatomischß^^^rleirg^ft^gefolgt ist, der weiss, dass in der Regel bei langdauernd^^^iDexcajAo&a^^ mehr weniger destruirend auf die Oberfläche un/,Vclen Bandapparat d<^\Gelenks gewirkt hat. Er wird also seine AnfordeiungeriJWünä«i-'-Hm)fi spannen. Wenn wir auf die Frage der Beweglichkeit Vine Antw^rj^^ben Wllcn, so ist gewiss eine aus unseren Zahlen entnommenem die am/vfi^a-ren sachliche. Bei 700 Knieresecirten konnte die conservative 3elTänxQung allein bei 200 Menschen durchgeführt werden. 55 Mal heilte die Krankheit aus mit beweglichem Gelenk. Wir sind aber nicht der Meinung, dass man die Beweglichkeit, wie dies häufig jetzt geschieht, erzwingen soll durch frühzeitig geübte passive Be- wegungen. Eher würden wir zumal am Ende des Verlaufs Bewegungen zulassen. Denn wir sind überzeugt, dass jede brüske Unter- brechung der Ruhe, sowohl das Herumgehen der Patienten wie zuma] das Massiren, aber auch die Stauungsbehandlung (siehe unten) geeignet sind, Abscesse gross zu ziehen. Und es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Lebensgefahr weit grösser ist bei dem Verlauf mit Eiterung. Aus der Zusammenstellung unserer Kniestatistik geht hervor, dass fast noch einmal soviel Kniegclcnkstuberculosen in der •Beobachtungszeit gestorben sind, welche eiterten, als solche ohne Eiterung (siehe S, 43). Dieser Thatsache gegenüber wollen wir zufrieden sein, wenn auch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172535_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)