Beiträge zur Symptomatologie und Diagnostik der Hirngeschwülste.
- Bernhardt, M. (Martin), 1844-1915.
- Date:
- 1881
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Credit: Beiträge zur Symptomatologie und Diagnostik der Hirngeschwülste. Source: Wellcome Collection.
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![nungen allmälig herausgebildet haben, die Neubildung aller Wahr- scheinlichkeit nach in denjenigen Rinden- oder Markbezirken ihren Sitz haben wird, die wir im speciellen Theile als die eigentlich motorischen kennen lernen werden, d. h. im Gebiet der beiden Central- und den angrenzenden Theilen der Stirn- und Scheite]Windungen und der dazu gehörigen Markabschnitte. Sehr weit von diesem Gebiet entfernt dürfte sich bei wirklichen Mono- plegien der Tumor nicht gelegen zeigen. — Ganz im Allgemeinen kann man es dann aussprechen, dass bei Monoplegien eines Beins oder einer Gesichtshälfte die obersten, resp. die untersten Abschnitte der genannten Regionen durch die Neubildung zerstört sein werden und eine ähnliche üeberlegung ergiebt, dass wenn in ausgesprochener Weise nur 2 dieser Gebiete (nur Arm und Bein oder nur Arm und Facialis) afficirt sind, man je nach der Schwere des Betroffenseins eines Gliedes oder aus dem Nacheinanderbefallenwerden derselben auf den Ausgangspunkt der Neubildung von einer ganz bestimmten Region her Avird schliessen dürfen, Combiniren sich hemiplegische Erscheinungen einer Körperhälfte mit solchen auf der anderen, so kann man an ein üebergreifen der Geschwulst von einer Seite auf die andere oder an eine doppel- seitige Entwicklung denken, Ereignisse, die, wie die Nachweise im speciellen Theil und in den Tabellen lehren, bei Rinden- und Mark- tumoren, aber auch bei doppelseitigen Geschwülsten in den Hirn- ganglien und im pons eintreten können. Auf die Weise kann es bei Doppelgeschwülsten zu Paraplegien kommen: einzelne Tu- moren könnten nur bei einem Sitz in der Brücke oder dem ver- längerten Mark Paraplegien im Gefolge haben, welche sich indess in der Mehrznhl der Fälle durch das Nacheinanderbefallenwerden der ünterextremitäten und durch die begleitenden Erscheinungen (z. B. charakteristische Affectionen bestimmter Hirnnerven) un- schwer von genuinen Rückenmarksaffectionen trennen lassen werden. In dem speciellen Theile werde ich weiter anführen, wie nothwendig bei Anwesenheit paraplegischer Erscheinungen bei Hirntumoren die Untersuchung des Rückenmarks ist: in nicht wenigen Fällen wurde neben der Neubildung im Hirn entweder eine selbständige Rücken- marksaffection durch ähnliche Tumormassen oder eine Myelitis ge- funden oder das Vorhandensein secundärer Degenerationsprocesse (von dem Hirnherde abhängig) constatirt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041672_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)