Die niederen Pilze in ihren Beziehungen zu den Infectionskrankheiten und der Gesundheitspflege / von C. v. Nägeli.
- Carl Nägeli
- Date:
- 1877
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Credit: Die niederen Pilze in ihren Beziehungen zu den Infectionskrankheiten und der Gesundheitspflege / von C. v. Nägeli. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Seite der Desinfection besteht darin, gefährliche Substanzen so lange benetzt zu erhalten, bis sie aus unserem Bereiche fortgeschal't oder dauernd unwirksam gemacht sind 198—203 57) Die Desinfection der frischen Excremente sowie der Abtritte und Abtritt- gruben ist überflüssig, weil aus den Excreraenten (wenn sie frisch in die Abtritte kommen), aus den Abtrittschläuchen (wenn dieselben durch täglichen Gebrauch vor dem Austrocknen geschützt sind) und aus den Gruben selbst bloss gasförmige, somit unschädliche Stoffe eiitwcichea können, — xmd vielleicht sogar nacli theilig, weil (abgesehen von ander- weitigen Nachtheileu) durch die antiseptischen Mittel die Contagienpilze wahrscheinlich bloss für einige Zeit im unveränderten Zustande erhalten (couservirt) werden, während sie ohne autiseptische Behandlung in den faulenden Excreraenten bald in unschädlicher Weise verändert und durch die uugefähi-lichen Fäulnisspilze verdrängt werden 204 — 209 58) Die übrigen Auswurfsstoffe von Infectiouskrankeu müssen, soweit es mög- lich ist, im nassen Zustande gesammelt und entfernt, Wäsche und andere Gegenstände, die mit solchen Auswurfsstoffen oder mit Excrementen ver- unreinigt sind, womöglich bis zur Desinfection nass erhalten werden. Die Desinfection daif niemals auf trockuem Wege, namentlich nicht durch Räucherungen (im Nothfalle nur durch Hitze oder anhaltendes scharfes Austrocknen), — sondern muss durch kochendes Wasser oder durch heissen Wasserdampf vollzogen werden, wobei der Zusatz von etwas Säure sehr zweckmässig ist 209 — 212 59) Eine antiseptische Behandhuig der Kranken selbst ist nur denkbar, wenn die Infectionspilze frei liegen, und auch dann nur, Avenn sie sich frei von der äusseren Körperoberfläche befinden, weil bei inuerliclier Anwendung der Organismus im Allgemeinen schneller die giftige Wirkung empfindet als der Pilz. b. Beim aaitiseptischen Verband kann es sich rationell nur darum handelji, die Fäulnisspilze auf der Wunde unwirksam zu machen, nicht aber sie zu tödten, noch auch sie von der AVunde abzuhalten. Dadurch lässt sich derselbe bei gleicher Güte einfacher herstellen, als es bisher ge- schehen 212—214 X. Abfuhr der AuswurfsstofFe. 60) Bei den Anordnungen betreffend die Abfuhr der Auswurfsstoffe darf die Bodenverunreinigung, deren Verhütung bisher eine entscheidende Rolle spielte, niclit in Betrachtung gezogen werden, da sie bei richtigen Mass- nahmen selbst in einem ])orösen und siecldial'ten Boden eher nützlicli als sdiädlich ist (indem sie über dem Grundwasser eher Schimmelbildung be- fördert und das Entweichen der Miasmen beeinträchtigt; ferner an der Obei-flächc des Grundwassers zwar die Bildung der Miasmen vielleicht etwas begünstigt, dagegen das Ablösen von den Bodentheilchen erschwert). In einem beständig benetzten Boden bringt die Verunreinigung durdr Auswurfsstoffe weder an seiner Oberfläche nocli in tieferen Schichten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717989_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)