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Credit: Karl Ernst von Baer / [Wilhelm Haacke]. Source: Wellcome Collection.
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![amerikanischen Formen nicht selten gewisse Abweichungen. Geht man weiter nach Süden, so findet man Tiere auf beiden Seiten, die schon mehr abweichen, von denen man zweifelhaft sein kann, ob man sie als besondere Arten ansehen soll, so die Biber und Fisch- otter. Endlich trifft man Tiere, die die Zoologen als besondere Arten betrachten, wie den europäischen und den kanadischen Rothirsch, die aber doch sehr ähnlich sind. Von den wärmeren Gegenden der Vereinigten Staaten an bis zum Kap Horn ist aber keine Art von Säugetieren zu finden, die auch in der Alten Welt vorkäme. Das gilt auch für größere Sippen mit einer einzigen Ausnahme, so viel bekannt ist. Diese Ausnahme bilden die Tapire, von denen Südamerika ein paar Arten enthält, eine dritte aber weit davon ge- trennt in Hinterindien und auf einigen indischen Inseln vorkommt Diese einzige Ausnahme kann die Allgemeingültigkeit der Regel nicht aufheben. Baer hat die Landsäugetiere besonders hervorgehoben, weil diese Tiere im allgemeinen die bekanntesten sind. Ähnliche Verhältnisse finden sich aber auch in den anderen Klassen der Wirbeltiere. Die Waldhühner, die die mittleren und mehr nördlichen Regionen der Alten Welt bewohnen und mit dem Schneehuhn den hohen Norden erreichen, finden sich auch in Nordamerika in einzelnen Formen. Weiter im Süden aber hat Amerika die Truthühner, Hokkos und andere, während in der Alten Welt ebenfalls verschiedene Sippen zu Hause sind. 'Auch die Raubvögel sind im Norden beider Erdhälften ein- ander ähnlicher. Weiter im Süden aber sind auf der amerikanischen Seite die Kammgeier, auf der Seite der Alten Welt die eigentlichen Geier ohne Kamm und die Bartgeier. Die Reptilien folgen derselben Regel. Die zahlreichen Arten der Vipern kommen nur in der Alten Welt vor, wogegen Amerika Klapperschlangen und andere giftige Formen hat, die aber von den Vipern unterschieden sind. Da die Reptilien überhaupt nicht so hoch im Norden Vorkommen, wie die Säugetiere und Vögel, so gibt es, soviel Baer weiß, keine einzige Art und keine Gattung, die beiden Erdhälften gemeinschaftlich wäre. Ebenso haben die Süßwasserfische verschiedene Arten in beiden Erd- hälften, was sich von den weit umherschweifenden Seefischen nicht behaupten läßt. Kleinere Inseln, die in] der Nähe von großen Konti- nenten liegen, haben gewöhnlich Tiere aus den drei oberen Klassen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28035136_0168.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


