Ueber einen Fall von retropharyngealem Carcinom und die Operationsmethoden am Pharynx ... / vorgelegt von Leopold Kranefuss.
- Kranefuss, Leopold.
- Date:
- 1889
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber einen Fall von retropharyngealem Carcinom und die Operationsmethoden am Pharynx ... / vorgelegt von Leopold Kranefuss. Source: Wellcome Collection.
20/32 (page 22)
![il) Ü{ Ueber etwaige nacbtheilige Folgen, welche die Verlagerung des Kehlkopfes, namentlich in seinen oberen Partien herbei¬ geführt hätten, ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Neben diesem Verfahren der Eröffnung des oberen Pharynx¬ abschnittes ist im Jahre 1883 von Mikulicz in Krakau eine Methode angegeben, die sich bis jetzt ausgezeichneter Resultate zu erfreuen hat und welche unter den Operationen am Pharynx die erste Stelle einnehmen zu dürfen geeignet ist1). Der Hautschnitt beginnt am Warzenfortsatz und verläuft schräg nach abwärts gegen das grosse Zungenbeinhorn. Nach schichtweiser Durchtrennung der Weichtheile, z. Th. auch des Parotisgewebes wird von hinten her der Rand des Kieferastes blossgelegt, wobei man auf die Schonung des facialis möglichst bedacht ist. Dann wird mit dem Raspatorium (Elevatoriiim?) die Beinhaut von der Aussen- und Innenfläche des Kieferastesji möglichst weit nach oben hin, nach unten dagegen nur bis am die Ansätze des Masseter und Pterygoideus intern, abgelöst, i/2—i cm oberhalb des Kieferwinkels wird der Kieferast sub¬ periostal durchsägt und nach Durchtrennung der Temporalis- sehne enucleirt. — Nun wird der Unterkiefer durch einen ir die Sägefläche eingesetzten Haken stark nach unten und vorr abgezogen und durch zwei andere breite Haken einerseits Mass eter und pterygoid. intern., andererseits der Kopfnicker samm dem in der Tiefe liegenden Biventer und stylohyoideus ausei ander gehalten. — Der Grund der Wunde entspricht gena der Tonsille. Durchtrennt man von hier aus die seitliche Rachenwand so schafft man sich einen direkten Zugang zum Gaumenboger zum Zungengrund und zur hinteren Rachenwand bis hinauf gege] den Nasenrachenraum. Durchtrennt man noch den Biventer un x eventuell auch den Nerv, hypoglossus, so kann man bis an de» -I Kehlkopfeingang gelangen. Ursprünglich zur Exstirpation von Tonsillencarcinomen b(|p stimmt, verschafft die Methode einen ausserordentlich freie-MÄ | irko 1 i) Deutsche mediz. Wochenschrift. 1886. Nr. 10,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30583858_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)