Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![bsi beiden Aiigenformen, und wie weit dies überhaupt verglichen werden darf, sollen meine eigenen Darstellungen zu zeigen versuchen. Ich werde mich natürlich sowohl hinsichtlich der thatsächlichen Untersuchungsresultate, als auch hinsichtlich der Deutung derselben vielfach in Widers])ruch befinden mit meinen Vorgängern, von denen Hensen zwar nicht der einzige, aber der hervorragendste ist; hoffentlich wird man aber den Grründen, auf welche ich mich dabei stütze, die Bere(ditigung dazu nicht streitig raa(;hen. Die vorliegende Untersuchung wurde von mir schon im Jahre 1881 begonnen, und zwar an sehr sorgfältig conservirtem Materiale, welches mir die Zoologische Station in Nea])el zur Verfügung stellte. Ich gelangte damals aber nicht zu einem Abschluss; hinsichtlich einiger recdit wesentlichen Punkte erwachten wohl Zweifel an der Richtigkeit der bisherigen Darstellungen, aber es fehlten noch die beweis- kräftigen positiven Resultate. ]\Ieine im Frühjahre 18S2 erffdgte Uebersiedelung von Rostock hierher unterbrach diese Studien, uiul, durch die begleitenden Umstände (absoluter ]\Iangel an Arbeitsraum und Instrumenten), leider auf recht lange Zeit. Erst Ostern 1888 wurde mir durch die Munificenz eines hohen Cultusministeriums die Mogli('hkeit gegeben, sie wieder aufzunehmen, indem mir ein Aufenthalt in Neapel zum Zwecke der Sammlung und Conservirung von Untersuchungsmaterial bewilligt wurde. Die Technik der Untersuchung, auf die bei solchen Studien so viel ankommt, hat bekanntlich in den letzten Jahren ganz ausserordentliche Fortschritte gemacht. Hensen hat noch vorwiegend mit Chromsäure und ihren Salzen gearbeitet. Wenn die Anwendung dieser Frhärtungsmittel ihm auch bei der Erforschung des liaues der andern Theile des Ce])halo])odenauges nicht im Wege gestanden hat, so hat sie ihm doch bei der Untersuchung speciell der Retina keineswegs entsprechende Dienste geleistet. Von meinem früher benutzten Material war das beste das mit Pikrin- schwefelsäure (nach Kleinenberg) conservirte; aber auch diese, sonst so vorzügliclie Härtungsmethode Hess Manches nur ahnen, nicht aber deutlich erkennen. Als eine (wenigstens für einige Cephalopodenspecies) wesentliche Verbesserung lernte ich durch Herrn Dr. A. Lang eine Lösung von Sublimat in Pikrinschwefelsäure bis zur Sättigung kennen. Freilich ist auch diese kein Mittel, das für alle Formen den Erfolg garantirt; am besten bewährte sie sich für die Augen von O et opus, dann von Eledo)ic und Sepia\ den pelagischeii Cephalopoden {Lo/ioo, Oiiunatostrephcs, Rossia) gegenüber versagte auch sie. Worauf das beruhen mag, ist mir unbekannt geblieben. Die Augen der letztgenannten Thiere wurden genau in der gleichen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


