Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![Vorgäiig-er beschränkten, so wäre allerdings die Anwendung des Mikrotoms weniger unerlässlicli. Eine einigermassen geschickte Hand kann mittelst des Rasirmessers Schnitte von genügender Feinheit herstellen, um daran, deren Entfärbung resp. even- tuelle Tinction vorausgesetzt, ziemlich Alles gewahren zu lassen, was man überhaupt an in dieser Richtung geführten Schnitten, — auch den zartesten Mikrotomschnitten -— wahrzunehmen im Stande ist. Aber man läuft, wenn man sich daran o-enüji-en lässt, Gefahr, gerade die wichtigsten Structurverhältnisse zu übersehen, uiul ich selbst verdanke es nur dem l'mstande, dass ich ])lanmässig Flächenschnitte durch die Retina legte, die mir schon früher die Räthsel des zusammengesetzten Auges der Insecten und Orustaceen enthüllten, dass ich in einigen Punkten weiter kam. als meine Vorgänger. Fni aber diese Flächenschnitte anzufertigen, sie namentlich durch ganz bestimmte Regionen der Retina von sehr unbedeutender Dicke zu führen, giebt es kein anderes Mittel als die verbesserte]! Mikrotome unserer Zeit. Dass ich mich der ausgezeichneten Methode von Dr. Giesbrecht zum Fixiren der Schnittserien mit grösstem Vortheile l)edient liabe, mag hier ebenfalls uftch Erwähnung finden. — Zum Einscliluss der Schnitte verwende ich im Ganzen lieber Ricinusöl als Harze; letztere machen Manches zu durchsichtig. Der Brechungsindex des Ricinusöls beträgt 1,49, liegt also etwa in der ]\Iitte zwischen dem des Glycerins uiul der meisten Harze. Ricinusöl und Giesbrecht'sche Methode vertragen sich sehr gut, nur der Einscliluss macht einige Schwierigkeiten. Zieht man, des letzteren Umstandes wegen, Harzein- schluss vor, so thut man gut, die Färbung m()glichst intensiv zu machen, d. h., sie nicht auf die Kerne allein beschränkt sein zu lassen. Bei der nachfolgenden Darstellung wird ganz besonders auf die bei Octopus vuh^aris zur Beobachtung gelangten Verhältnisse Rücksicht genommen, und zwar einmal, weil sich das von dieser Form entnommene Material als das am besten con- servirte erwies, und dann aber, weil die Elemente ihrer Retina eine grössere Stärke, d. h. für Flächenschnitte und ihr Studium günstigere Dicken Verhältnisse zeigen. Nur gelegentlich werden Eledonc und Sepia noch hinzugezogen; die oben genannten pela- gischen Formen lasse ich aber völlig ausser Betracht wegen des ungenügenden p]r- haltungszustandes meines Materiales. Trotzdem also, streng genommen, die wichtigsten Resultate meiner lintersucliung nur für eine einzige Form Geltung haben, und man also bei peinlicher Autfassung gegen jede Uebertragung derselben auf andere Genera Protest erheben kann, so stehe ich doch nicht an, die gefundenen Structurverhältnisse als ty})isch für die ganze Classe, d. h. vorläufig für die Dibrauchiatcn, zu betrachten, was sich, wie ich glaul)e und hoffe, aus der Natur derselben als berechtigt ergeben 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


