Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![sondern auch der Dicke nach, wie ich — und zwar an Oc/opus-A\igen verschiedener Grösse — beobachtet habe. Beschränkte si(;h das Wachsthum, resp. die durch dasselbe erforderte Ergänzung* auf die Randparthie, so wäre die nothwendige Folge, dass die älteste, im Centrum der Retina gelegene Stelle (gleichmässiges Wachsthura am ganzen Umfange vorausgesetzt) die dünnste wäre und bliebe, die Limitans aber je näher dem Rande je dicker würde. Davon ergeben aber die Beobachtungen nichts, die Dicke der Membran bleibt sich überall gleich. Da man nun, wie schon Hensen ausführt, nicht wohl die der Limitans dicht anliegenden Stäbchen für diesen Zuwachs verantwortlich machen kann, so bedarf diese Erscheinung noch einer weiteren Er- klärung, d. h. es müssen nothwendig ausser den an der Retina})eripherie befindlichen Bildungszellen der Limitans noch andere vorhanden sein, weh'he das Dickenwachs- tlium mit l)esorgen helfen; und dies um so mehr, als das Wachsthum seine Be- dingungen nicht in der Membran selbst linden kann, wegen ihres — sagen wir cu- ticularen — Characters. Dass ich dafür die Hensen'schen „Stäbclienkörner, deren bisherigen Namen ich in „Limitans- oder Homogenea-Zellen umzuwandeln vorschlage, in Ans])ruch nehme, ist vorhin schon mehrfach angedeutet worden, und es ist nun meine Aufgabe, dafür den specielleren Nachweis zu führen. Hensen hat die „Stäl)chenkörner mit den ])ercipirenden Elementen in (Jonnex gebracht, und vor Allem in höchst geist- reicher Weise die von jenen Körnern ausgehenden feinen Fasern, deren Entdeckung man ihm ebenfalls verdankt, neben den eigentlichen Stäbchen zur Erklärung des Mechanismus der Farbenperception zu verwerthen gesucht, Spätei sind diese Fasern auch von M. Schnitze gesehen und in analoger Weise beschrieben worden*); wenn dieser Forscher auch hinsichtlich ihrer specielleren physiologischen Leistung sich nicht näher äussert, so geht aus dem Ganzen doch hervor, dass er in ihnen Nerven- endigungen anerkennt. Die ersten Beobachtungen, welche meine Zweifel an der Richtigkeit der Deutung dieser Fasern von Seiten meiner Vorgänger wachriefen, wurden zufällig an Dickenschnitten der Retina von E/cdonc gemacht, welchen s})äter viillig überein- stimmende bei Octopus folgten. Bei beiden Gattungen erhält sich die Limitans an der gehärteten Retina in situ, so dass sie, wenn nicht zufällige Loslösung erfolgt, immer als hyaliner Saum vor den Stäbclienenden liegt. Nun ereignet es sich aber *) M. Scliultze, Die Stäbchen in der Retina der Cephalopoden und Heteropoden, in: Arch. f. mikr. Anat. Vol. V. 1869. pag. 1—24. Taf. I. II. 3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


