Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![2. Die Retina s. str. Dass ich darunter nur die palissadenartig nebeneinaiiderg-elagerten, in ver- schiedene Leibesregionen differenzirten Retinazellen verstehe, habe ich schon oben ausgeführt; ebenso die Beziehungen dieser einzelnen Regionen zu den sog. „Schichten meiner Vorgänger, bes. Hensen's, Nach der Dift'erenzirung, der jede Retinazelle unterliegt, haben wir zu besprechen: a) die Stäbchen-, b) die Stäb eben so ekel-, c) die ausserhalb der Grenzmembran gelegene Kernregion. Hier mag auch gleich Veranlassung genommen werden, das Wenige, was das ■— hier wie bei andern Thieren —• zur Retina gehörige Pigment anbelangt, zu er- wähnen. Zu den Angaben meiner Vorgänger über die Vertheilung desselben in der Retina bin ich neue Beobachtungen hinzuzufügen nicht in der Lage. Es ist bekannt, dass bei einigen Gattungen [Octopus, Eledone) eine Zone dichten, tiefschwarzen Pigmentes sich unmittelbar unter der Limitans, eine zweite nicht minder dichte sich am änssern Stäbchenende, in den Stäbchensockeln, findet, so dass also beide Stäbchen- enden in Pigment eingesenkt sind. Nicht minder ist aber auch bekannt, dass bei andern Gattungen [Sepia, Loligo) nur die äussere Pigmentzone im Sockel der Stäbchen erhalten ist. Ebenso braucht an die feineren oder grölieren, aus Pigmentkörnchen gebildeten, die Stäbchenzone durchziehenden Streifen nur erinnert zu werden. — Hensen hat die äussere Pigmentlage noch für etwas relativ Selbständiges gehalten (1. c. pag. 190); er führt die Entstehung des Pigmentes auf die „Stäbchenkörner zurück, von denen er annimmt, sie hätten als Kerne urs])rünglicli Zellen angehört, deren Substanz in Pigment und Stäbchen zerfallen wäre. — Richtiger hat den wahren Sachverhalt Babuchiu in einer ganz kurz vor der Hensen'schen erschienenen Arbeit*) erkannt; er sagt (I.e. pag. 135; vgl. auch seine Figg. II, III, IX—XI) mit vollem Rechte „dass die stäbchenähnlichen Gebilde, die Pigmentklümpchen und die Zellen, welche nach aussen liegen, ein Ganzes bilden, d. h. also, dass das Pigment zu unsern Retinazellen gehört, im Innern derselben ausgeschieden wird und intercellulär verbleibt. — Steinlin (1. c. pag. 72) hat ebenfalls erkannt, dass „jedes Stäbchen an seinem äussern Ende mit einem ovalen, dicht pigmentirten Körperchen in Ver- bindung steht; bei längere Zeit mit Reagentien l)ehandelten Präparaten will er durch das aufgehellte Pigment hindurch sich überzeugt haben, dass diese „Körperchen kernhaltige Zellen sind, wobei aber ganz zweifellos (man vergl. auch seine Fig. 32 *) A. Babuchin, Vergleichend histologische Studien. I. lieber den Bau der Cephalopodeu- retina, in: Würzbgr. Naturw. Ztschft. Bd. V. 1864. pag. 127—143. Taf. IV.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


