Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![freilich — ob man frisches oder conservirtes Material untersuche — nicht so leicht sind, wie bei den Stäbchen der meisten andern Thiere. Die Fragmente, die man aus dem innigen Zusammenhang der Elemente unter sich loslösen kann, zeigen je nach der Lage, in der sie sich präsentiren, wdeder so wechselnde Ansichten, dass sie keineswegs sich so ohne weiteres in die Rubrik jener einfachen geometrischen Gebilde einreihen lassen wollen. Hier tritt nun die Methode der Querschnitte durch die verschiedenen Höhen der Stäbchen ergänzend ein. Diese Art der Behandlung ist zwar auch schon von meinen Vorgängern ausgeübt worden, aber nicht streng und systematisch genug, um uns das volle Verständniss zu erschliessen. Solche Querschnitte aber auf die, an- scheinend so einfache Verhältnisse zeigenden Längsansichten zurückzuführen, ist nicht gerade leicht, und erfordert ein längeres Studium. — Hensen sowohl, wie Babuchin und M. Schnitze haben auf den zu ihren Abhandlungen gehörigen Tafeln solche Querschnitte abgebildet; auch ich bringe noch — vielleicht zum Ueberfluss — einige solche Zeichnungen (Fig. 4—7 [Fig. ^ a, ö von Eledone^ Fig. 5—7 von Octopus]), aus denen man leicht ersehen kann, wie trügerisch der erste Anschein war. Statt der erwarteten einfachen Cylinder- oder Prismenquerschnitte, die sich als Kreise oder Polygone zeigen müssten, sieht man meistens eine so seltsame und phantastische Mosaik, dass man beim ersten Anblick fast daran verzweifeln möchte, daraus klug zu werden; und das um so mehr, wenn man sieht, wie das Muster nicht nur in ver- schiedenen Gegenden desselben Auges, sondern auch in den verschiedenen Höhen desselben Schnittstückes verschieden ausfällt. So stammen z. B. die Fig. 5, 6 und 7 aus einem und demselben Auge, wovon die Muster nichts verrathen, und es wäre ein Leichtes gewesen, aus dem gleichen Material noch eine ganze Anzahl, unter sich und von den abgebildeten wieder abweichende Querschnitte zu bringen. (Ich darf wohl noch hinzufügen, dass die Zeichnungen, obwohl mit Hülfe der Abbe'schen Camera lucida entworfen, doch nicht völlig nach Wunsch die barocke Configuration der Originale erreichen; einzelne Züge Hessen sich trotz aller Mühe und Sorgfalt nicht völlig correct wiedergeben.) Versucht man, in diesem Formengewirre sich zu orientiren, so sieht man, dass allerdings prismatische Bildungen dem Ganzen zu Grunde liegen; aber sie haben eine andere als die erwartete Form, und das fast allein Constante daran ist ihre Un- regelmässigkeit. Nur relativ selten finden sich Stellen, wie Fig. 5, wo annähernd die gleiche Form des Querschnittes sich wiederholt, und auch eine gewisse Regel- niässigkeit der Anordnung unverkennbar ist; meist aber unterscheiden sich die einander](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


