Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![benachbarten Schnittflächen auf das Willkürlichste von einander. Als Grrundform dürfen wir aber, wie in Fig. 5 gezeichnet, ein Prisma mit vier Kanten betrachten, dessen Grenzflächen rinnenförmig ausgehöhlt sind; diese Aushöhlung kann bald nur ganz unbedeutend, bald aber so tief sein, dass der Schnitt wie von Sternen übersäet erscheint. Ist die Vierkantigkeit auch Regel, so ist sie doch keineswegs Gresetz; 3 oder 5 kantige, resp. -strahlige Querschnitte finden sich ebenfalls, und in nicht ge- ringer Zahl, eingestreut. Die Prismen können nun selbständig neben einander liegen, oder sie können auch durch die Kanten mit einander in Verbindung treten; dies kann so geschehen, dass man die Grenzen der einzelnen Prismen auf den Querschnitten noch deutlich erkennen kann, aber auch so, dass die Grenzen vollständig verwischt erscheinen, und in diesem Falle macht die Gesammtheit der Elemente den Eindruck, als ob sie wenigstens einen grossen Theil ihrer Länge hindurch zu einer einheit- lichen, von unregelmässig geformten ( -anälen durchsetzten Masse vereinigt wäre. Hier (wie z. B. in Fig. 7) ist es dann besonders schwer, aus dem Gesammthabitus auf die Grundform zurückzuschliessen, um so mehr als oft genug Kanten in jene Canäle vorspringen, oder schmale Brücken von Stäbchensubstanz in ganz willkür- licher Anordnung jene Hohlräume durchziehen u. s. w. Abgesehen von der Gesammtform zeigt aber die P^läche des einzelnen Quer- schnittes sich auch wieder in sehr verschiedener Art. Vielfach machen die Prismen den Eindruck, als ob sie völlig einheitlich und homogen wären; an andern Stellen aber entdeckt man mehr oder weniger deutliche S])uren einer Zusammensetzung der- selben. Häufig erscheinen sie von einem engeren oder weiteren Canal durchzogen, dessen Querschnitt seinerseits wieder rundlich oder eckig sein kann. An den günstigsten Stellen endli(di sieht man von den Pocken dieser Canalquerschnitte Linien nach den Prismenkanten hin verlaufen, und diese Fälle geben uns das Mittel an die Hand, die Bildungen, um die es sich hier handelt, richtig zu inter])retiren. Es zeigt sich nämlich, dass die Prismen entstanden sind durch mehr oder weniger innige Verwachsung von durchschnittlich vier Stücken; in selteneren Fällen treten nur drei, in andern aber wieder fünf solcher Stücke zusammen, um einen solchen Körper zu bilden. Damit ist aber die Frage gestellt, oh man eine solche combinirte Bildung überhaupt noch mit dem Ausdruck „Stäbchen belegen kann, sofern man mit diesem Worte einen bestimmteren morphologischen Begriff verbindet. Mit dem Ausdruck „Stäbchen (der Retina) belegt man Gebilde, deren Form aller- dings nicht genau die zu sein braucht, die das Wort selbst voraussetzt; ebensowenig ist damit gesagt, dass sie so einfach sein müssten, wie diejenigen der Wirbelthiere, 4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


