Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher.
- Grenacher, H. (Hermann), 1843-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Abhandlungen zur vergleichenden Anatomie des Auges / von H. Grenacher. Source: Wellcome Collection.
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![Indessen stehen diese Perceptionselemente doch durch eme wesentliche Eigen- thtimlichkeit, welche sie nicht mit den Rhahdomen der Arthropoden theilen, als Gle- bilde sui generis einstweilen völlig für sich da. Dies ist der Umstand, dass hier jede Retinazelle an der Bildung zweier benachbarten Rhabdome betheiligt ist, was bei den Arthropoden wohl nicht vorkommen dürfte, jedenfalls z. Z. noch nicht be- obachtet ist. Wie wir daraus die Vorgänge bei der Perception uns zu denken haben, wird weiter unten noch zu erörtern sein. Schliesslich wäre noch zu erwähnen, dass die Rhabdome nicht vollständig an die Limitans heranreichen. Sie werden (Fig. 1, 2) überragt von dem fast beutelartig gestalteten Innern Ende der Retinazelle, in welchem sich, wie oben schon erwähnt, -Pigment in grösserer oder geringerer Dichtigkeit anhäufen kann. Wenn ich nun meine eigene, in Vorstehendem gegebene Darstellung und Auffassung mit denen meiner Vorgänger vergleiche, so wäre etwa Folgendes an- zuführen. Besonders eingehend hat sich mit der Configuration der Stäbchen Babuchin beschäftigt, dessen Mittheilungen uns in zwei Redactionen vorliegen. Die eine davon hat Hensen (1. c. pag. 191—193) uns in einer Uebersetzung aus dem Russischen mitgetheilt; die andere, ausführlichere, ist die schon mehrfach citirte, vom Verf selbst deutsch niedergeschriebene in der Würzb. Zeitschrift Vol. V. — Babuchin giebt, bes. in letzterer, eine durchaus correcte Darstellung des Sachverhaltes, soweit sich derselbe an isolirten, mit ihren Stäbchensäumen versehenen Retinazellen gewinnen lässt; seine Darstellungen solcher Gebilde auf Taf. IV (Fig. III, IV, VIII—X) geben ebensowenig zu Bemerkungen meinerseits Veranlassung, wie seine Beschreibung im Texte. Dagegen finde ich die Zeichnungen der Querschnitte (Fig. V, VI) in sofern nicht mit meinen eigenen Befunden in Einklang, als daraus die von mir geschilderte Rhabdom- bildung nicht ersehen werden kann. Die Querschnitte der einzelnen schienenförniigen Halbstäbchen, aus deren Vereinigung jeweils die Rhabdome hervorgehen, sind in zu grosse Abstände von einander gerückt, so dass nirgends eine Berührung derselben unter sich stattfindet, und auch im Texte finde ich keine darauf bezügliche Aeusserung. Anders aber in der kurzen von Hensen reproducirten Mittheilung: in der Copie der Babuchin'schen Abbildung (1. c. Taf. XIV Fig. 28, C) sind in den Querschnitten deutlich unsere vierkantigen Rhabdome wiederzuerkennen, und auch im Texte finden sich entsprechende Andeutungen („ich bin geneigt, zu glauben, dass die beschriebenen Körper [d. h. die rinnenförmigen Stäbchenhälften] wirkliche Stöckchen sind, die be- sondere, im Querschnitt als Quadrate erscheinende Gruppen bilden). Die genetischen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635766_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


