Die Krankheiten der oberen Luftwege : aus der Praxis für die Praxis / von Moritz Schmidt.
- Schmidt Moritz, 1838-1907.
- Date:
- 1897
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Credit: Die Krankheiten der oberen Luftwege : aus der Praxis für die Praxis / von Moritz Schmidt. Source: Wellcome Collection.
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![blutet; ist es emmal gefunden, so gestaltet sich die Stillun- der Blutung ganz einfach. Blutet die Nase gleicli nach einer Operation, so braucht mau sich in der Regel nicht zu sehr zu übereilen, da selbst eine augenblicklich recht starke Blutung gewöhnlich nach wenigen Minuten steht. Wenn sie länger anhält, so sollten zuerst kalt.- Uberschläge auf die Nasenwurzel versuclit werden oder Ferropyrin angewendet werden. Heduerich hat das Letztere nach seinen in dei- JTJRASz'schen Klinik damit gemachten Erfahrungen sehr empfohlen und ich halte es ebenfalls für ein recht zweckmässiges nicht ätzendes Stypticum. Meiner P]rfahrung nach wirkt es aber nur, wenn man einen damit getränkten Wattebausch auflegt, dann aber sehr prompt. Man verwendet es meistens in 10—20procen- tiger Lösung oder als Pulver. Bei einigermaassen starken Blu- tungen aus der Nase sollte man sich nicht lange mit Palliativmitteln aufhalten, sondern sofort zu dem Tamponnement übergehen. Ich bin, ebenso wie Weil und Fkeudenthal, in den letzten 5 Jahren immer damit ausgekommen, dass ich die Nase mit fingerbreiten Jodoform- oder Dermatolgazestreifen von vorn ausstopfte; nur darf man dabei den vorderen Theil dicht hinter den Nasenbeinen nicht vergessen. Ich nehme zu dem Zwecke das eine Ende des Streifens mit einer nicht geknöpften Sonde auf, führe es so Aveit wie nöthig nach hinten oben und stopfe zuerst locker nach, bis ich einen Halt gewonnen habe, dann nach unten, worauf ich die Gaze fester ein- drücke. Um das Durchrutschen des Tampons nach hinten zu verhüten, führe ich jetzt öfter einen Streifen Gaze wie eine Sclüeife ein und fülle dieselbe mit weiteren Streifen aus. Wenn die blutende Stelle sich nicht in dem unteren Theil der Nase befindet, so ist es ganz zweckmässig, unter dem Tampon ein SoNNENKALs'sches ßöhrchen, Fig. 145 Seite 564, einzulegen, der Kranke kann da- durch athmen. Stammt die Blutung indessen aus dem hintersten Theil der Nase, und haben die vorher angegebenen Methoden keinen Erfolg gehabt, so versuche ich zunächst durch das Bei- seitedrücken der unteren Muschel mittelst einer platten Sonde, mit der ich allmählich nach hinten vorgehe, mir die Quelle der Blutung zu Gesicht zu bringen. Habe ich dieselbe gefimden. so bestreiche ich sie mit lÄq. ferri sesquichlorati oder lege Ferropyrin darauf. Wenn dieses Verfahren keinen Erfolg gehabt hat oder wenn die Blutung von Anfang an gleich so heftig gewesen ist, dass man nichts unterscheiden kann, so ist das Tamponnement von hinten in der Regel nicht zu umgehen, besonders nicht, wenn das Blut aus dem hinteren Theil der Nase stammt. Die Art der Ausfüh- rung des Tamponnement ist bekannt. Man fühi't ein BELLOc'sches Röhrchen oder einen weichen Katheder dm-ch die Nase bis in den Mund, befestigt einen Faden daran, zieht diesen mit dem Instru- mente durch die Nase zurück und bindet einen Tampon daran, den man mittelst des Fadens in die Choane hineinzieht. In der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716778_0798.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


