Die Krankheiten der oberen Luftwege : aus der Praxis für die Praxis / von Moritz Schmidt.
- Schmidt Moritz, 1838-1907.
- Date:
- 1897
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Credit: Die Krankheiten der oberen Luftwege : aus der Praxis für die Praxis / von Moritz Schmidt. Source: Wellcome Collection.
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![Tamponnement der Nase. Kegel luuss mau vom Munde aus mit dem Fmgcr etwas nachhelfen, bis*' der Tampon über den Gonstrictor i^liaryngis superior gelangt ist. Um das so schwierige Einftldcln des Fadens in dem Munde zu* umgehen, habe ich das auch viel zu dicke Instrument Belloc's so ändern lassen, dass man die Feder mit dem daran hängenden Faden aus dem Munde hei-ausziehcn kann, Fig. 156. Ich ver- wende jetzt immer Jodoform- oder Dermatolgaze zu dem Tampon, ]'ig. 15G. weil beide fester haften, als die so leicht schlüpfrig werdende Eisenchloridwatte. Die Grösse des Tampon muss sich nach der muthmaasslichen Grösse der Choane richten; ich nehme ihn lieber etwas zu gross, da er in der Feuchtigkeit doch schrumpft und sich auch ganz gut etwas zusammendrücken lässt. Nach dem hmteren Tamponnement muss man in der Regel die Nase auch noch von vorn zustopfen. Es sind auch Gummitampon zum Auf- blasen angegeben worden, die aus zwei mit einem Schlauch ver- bundenen Ballon bestehen, sogenannte Rhineurynter; sie ver- derben aber zu leicht bei längerem Liegen und platzen gewöhn- lich in dem Augenblicke, in dem man sie brauchen will. Recht zweckmässig ist dagegen ein von Philipp angegebenes Verfahren, die Nase zu tamponniren. Er führt ein Stück aseptischen Stoffs mittelst einer Sonde, einer Thermometerhülse, eines Bleistifts oder Federhalters so in die Nase ein, dass es die Gestalt eines zu- sammengelegten Regenschirms annimmt, und füllt diesen Sack mit Wattebäuschchen, ähnlich, wie man jetzt in der Regel die Scheide tamponnirt. Ich verweise hier auf die Blutungen nach Operationen am Sephim narium, deren Stillung ich Seite 559 f. be- reits besprochen habe. Auf welche Weise man auch die Nase tamponnirt habe, so lasse man den Tampon höchstens zwei Tage liegen und nehme ihn recht langsam wieder heraus, während man ihn immer wieder mit lauem Wasser aufweicht. Blutet es nach der Herausnahme noch, so muss man einen neuen einlegen. Ich habe einmal bei einem Manne mit atheromatösen Gefässen das Tamponnement vier- zehn Tage lang immer wiederholen müssen. Weder von kalten noch von heissen Einspritzungen bei Nasen- l)luten 1iabe ich grossen, dauernden Erfolg gesellen. Die heissen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716778_0799.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


