Klinik der Gelenkkrankheiten mit Einschluss der Orthopaedie : auf anatomisch-physiologischen Grundlagen nach klinischen Beobachtungen für Ärzte und Studirende bearbeitete / von C. Hueter.
- Carl Hueter
- Date:
- 1870-1871
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Credit: Klinik der Gelenkkrankheiten mit Einschluss der Orthopaedie : auf anatomisch-physiologischen Grundlagen nach klinischen Beobachtungen für Ärzte und Studirende bearbeitete / von C. Hueter. Source: Wellcome Collection.
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![Die Spaltbildimg, welche uiui in der Wucherungszone auftritt, 5 3. verhai- darf wohl als ein Resultat der Verflüssigung der Intercellularsubstanz fasse und des aufgefasst werden. Ein solcher Vorgang ist insofern nicht allzu son- Perichon- derbar, weil wir bei rapiden pathologischen Zellenvermehruiigen, dir spait- z. B. bei der Bildung des Eiters, ebenfalls die Entstehung einer Bildung, flüssigen Intercellularsubstanz beobachten. Auch mit der Bildung des weichen, halbflüssigen jungen Knochenmarks, dessen Zellen ja doch ebenfalls Derivate der ge\\iicherten Ejiorpelzeilen sind, lässt sich die Spaltbildung bei der Entwicklung der Gelenke vergleichen. Frei- lich walten zwischen diesen beiden Processen auch die erheblichsten Difterenzen ob: denn au der Bildung der Knocbenkerne in den Epi- phjsen und der Diaphyse nehmen immer die Gefässe. einen erheb- lichen Antheil und die Vascularisation geht der Umsetzung des Knorpelgewebes voraus, während bei der Geleukbildung iii der Zone der wuchernden teilen keine Gefasse zu bemerken sind. Erst längst nach erfolgter Spaltbildung treten an einzelnen Stellen Netze von Blutgefässen in nähere ]-äuuiliche Beziehungen zu den letzten Resi- duen jener Zellenwucherung, welche die Grundlage für die Gelenk- entwicklung büdet, und ich werde diese secundäre Vascularisation der Gelenkflächen an einzelnen Stellen in ihrer eutwicklmigsgeschicht- lichen, wie in ihi-er histologischen Bedeutung noch zu erwähnen haben. Wenn aber auch die wuchernde und dm-ch Verflüssigung der Inter- cellularsubstanz in ihrer Mitte sich spaltende Zellenschicht der Vas- cularisation entbehi't, so ist deshalb eine indirecte Betheiligung der Gefässe an diesem Vorgang nicht auszuschliessen, besonders deshalb nicht, weil das gefässhaltige Perichonchium, welches die Wucherungs- zone umschliesst, seinerseits nicht unverändert bleibt. Dieser Ab- schnitt des Perichondiiums erfährt bei vollkommener Gelenkbildung die Umwandlung zur Synovialhaut; das Perichondrium wird zur Membrana synovialis. Bevor wir diesen Ereignissen näher treten, wkd es nothwendig, § ^- ^°*' ° ' . stehung der diejenigen rudimentären Gelenkbilduugen zu erwähnen, welche mHaibgeiente ihi*er Entwicklung in den bis hierher geschilderten Zuständen ver-'^^ ooppei- - ^ ° . gelenke. harren, also die ersten Phasen der Gelenkbildung nicht überschreiten. So gelangen, wie Luschka*) nachgewiesen hat, welchem wir in dieser Beziehung die ausgedehntesten und werthvollsten Untersuch- ungen verdanken, zuweilen die Steriio-costalverbindungen entweder im Ganzen oder doch in einem Theil ihrer Fläche nicht einmal bis *) a. a. 0. S. 17 u. f.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21059883_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


