Das Augensittern der Bergleute : sein Krankheitsbild und seine Entstehung dargestellt an mehr als 500 selbst beobachteten Fällen / von Johannes Ohm.
- Ohm, Johannes, 1880-1961
- Date:
- 1912
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Credit: Das Augensittern der Bergleute : sein Krankheitsbild und seine Entstehung dargestellt an mehr als 500 selbst beobachteten Fällen / von Johannes Ohm. Source: Wellcome Collection.
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![stärke der Lampen sinkt nach Nieden bei vielen Konstruktionen ganz be- trächtlich infolge von Beschmutzung durch Staub, Russ usw. Dransart, Snell, Court, Romiee sind zu ähnlichen Resultaten gekommen. Nieden war auch in der Lage, die Folgen der Beleuchtungsänderung konstatieren zu können. Er fand 1877 auf Zeche Rheinelbe, als dort mit offener Lampe gearbeitet wurde, 0,7 °|0 Nystagmus, 1880 dagegen, nach Einführung der Sicherheitslampe, 3,05 °/0. Er zog daraus den Schluss, dass die schlechte Beleuchtung eines der Kausalmomente des Nystagmus sei. Später ist sie jedoch als das einzige Kausalmoment bezeichnet worden, ins- besondere von Court. Court — ich zitiere ihn nach Tomlin (119, S. 27) gibt folgende Tabelle: No. of men working with safetylamps 524 No. of cases of nystagmus 164 No. of men working with torchlight (Fackel) 231 No. of persons sutfering from nystagmus who had always used torch lamps 0 No. of persons sutfering from nystagmus working with torchlights, who had previously used safety lamps 6 No. of men working with candles (Kerzen) 342 No. of persons suffering from nystagmus who had always used candles 3 No. of persons suffering from nystagmus working with candles, who had previously used safety lamps 23 Court schliesst daraus: „Inquiry has satisfactorily convinced me that it is the want of a good light that is the only cause of the mischief. Andere, darunter Tatham Thompson, Romiee, Butler, Tomlin, sind diesen Spuren gefolgt. Butler und Tomlin bemerken, dass die Ent- deckung des Nystagmus der Bergleute zu einer Zeit stattgefunden habe, als die Sicherheitslampe in vielen Gruben eingeführt wurde. Nach Nuel ist die Häufigkeit des Nystagmus umgekehrt proportional der Beleuch- tungsstärke. Wie erklärt man nun den Einfluss der schwachen Beleuchtung? Butler (103, S. 527) weist darauf hin, dass das Sehen bei schwachem Licht durch die Stäbchen geschehe. Die Fovea habe aber keine Stäbchen und die Retina ringsherum nur wenige. Das Maximum der Sehschärfe der Stäbchen sei in einem Band von 15—20 Grad um die Fovea und zwar überall gleich. Der Bergmann könne also bei dem schlechten Licht mit irgendeinem Punkt dieses perifovealen Ringes fixieren. Es fehle der dirigierende Netzhautpunkt. Andere [Coppez (98, S. 86), Peeters (98, S. 109)] haben entgegnet, dass bei den Arbeitern, die photographische Platten herstellen und in schwachem monochromatischem Licht oder in fast völliger Dunkelheit arbeiten, kein Nystagmus auftritt. Ich will hier auch die Versuche von Raudnitz erwähnen. Junge Hunde von einem Tag, in einen dunklen Käfig gebracht, bekamen wage- rechten Nystagmus nach 2 Monaten, der innerhalb 3 Wochen im Licht ver- schwand, um im Dunkeln wieder aufzutreten. Ein Dunkelhund machte auch diagonale Kopfbewegungen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287624_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)