Das Augensittern der Bergleute : sein Krankheitsbild und seine Entstehung dargestellt an mehr als 500 selbst beobachteten Fällen / von Johannes Ohm.
- Ohm, Johannes, 1880-1961
- Date:
- 1912
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Credit: Das Augensittern der Bergleute : sein Krankheitsbild und seine Entstehung dargestellt an mehr als 500 selbst beobachteten Fällen / von Johannes Ohm. Source: Wellcome Collection.
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![achtens ein Hinweis, dass grosse Leute, gleiche Bedingungen sonst vorausgesetzt, mehr zum Augenzittern disponiert sind als kleine. 2. Der Zustand der äusseren Augenmuskeln. Aus der Tabelle über die Ausdehnung des Blickfeldes, S. 75, scheint hervorzugehen, dass hier grössere individuelle Verschieden- heiten vorkommen. Man könnte nun daran denken, dass die Leute mit Augenzittern engere Blickfeldgrenzen haben, als die übrigen, wenigstens nach oben. Genaue Messungen habe ich bis jetzt aber noch nicht vorgenommen. In Verfolg meiner eigenen Anschauungen musste ich zunächst die gegenseitige Augenstellung feststellen. Butler(103, S. 527) bemerkt: „No one has ever described nystaginus as a Symptom of hyperphoria, or any other variety of heterophoria. In der Tat ist fast nur von der Schwäche der Interni die Rede (Dransart, Nieden S. 47). Reid(90) erwähnt einige Fälle von Heterophorie, ohne ihnen eine Bedeutung beizumessen. Ich kann nun auf Grund vieler Untersuchungen sagen, dass die relative Stellung der Augen fast nie normal befunden wurde. Für die Messung muss natürlich eine Zeit abgewartet werden, wenn kein Ny- stagmus da ist. Die meisten Untersuchungen habe ich mit Hilfe des Maddoxstäbchens auf 50 und 30 cm Entfernung bei geradeaus ge- richtetem Blick unter Fixierung eines feinen Lichtpunktes vorgenommen und den Abstand in Prismengraden ausgedrückt. Zur schnelleren Ausführung habe ich mir eine Prismenleiste mit verschieblichem Maddoxstäbchen konstruieren lassen (Fig. 5 auf dem Tische liegend). Bei einem kleineren Teil der Fälle wurde die Bestimmung der Augenstellung an vielen Punkten mittels des S. 79 abgebildeten Apparates1) (Fig. 5) vorgenommen. Er besteht aus 2 Perimeterbögen, die für sich drehbar sind. Der eine trägt ein grünes, elektrisch be- leuchtetes Objekt, der andere ein rotes. Die Bögen haben Gradein- teilung und ihre Stellung zueinander ist auf einer an der Achse an- gebrachten Scheibe abzulesen. Man kann den Objekten jede beliebige Lage geben. Der Apparat hat eine Kinn- und eine Stirnstütze. An letzterer sind zwei Halter angebracht, in die man ein grünes und ein rotes Glas (oder ein Maddoxstäbchen) einspannen kann. Der Patient sieht mit dem rechten Auge durch das grüne Glas nur das grüne ]) Beide Apparate habe ich am 11. II. 1912 auf der Versammlung rhein.- westfäl. Augenärzte in Düsseldorf zuerst demonstriert.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287624_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)