Licence: In copyright
Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
103/120 page 93
![beobachtende Vorsicht, sowie ihre Zahl, muss der beaufsichtigende Arzt je nach der Schwere des Falles bestimmen. Im allgemeinen soll man bei Arteriosklerose niemals sehr kühle und niemals kohlensäurereiche Bäder geben. F. A. Hoffmann (62), Bäum- ler (5), Romberg (109) und andere halten die kohlensäurearmen Bäder auch bei Angina pectoris noch für angebracht. Nauheim ist berühmt geworden gerade durch die Abstuf- barkeit der Badeformen. Sehr wichtig ist bei diesen Bädern die starke Beeinflussung der Atmung. Sie wird tiefer, ohne schneller zu werden. Auch das muss eine Beschleunigung des Kreislaufes bewirken. „Die physiologischen Wirkungen der verschiedenartigen sog. elektri- schen Bäder kommen im wesentlichen wohl auf dasselbe hinaus, wie die anderen hautreizenden Bäder, wenn auch dieser oder jener Form durch die eigenartigen Empfindungen, welche der Kranke im Bade hat, noch besondere, namentlich psychische Nebenwir- wirkungen, zukommen.“ Zur Sicherung des Erfolges ist oft eine Nachkur dringend erwünscht, damit der Herzkranke nur allmählich zum gewöhnlichen Leben übergeht. Ebenso wie das kühle Bad wirkt Massage und die pas- sive Gymnastik. Die Haut- und Muskelgefässe werden erweitert, das Herz entlastet, seine Zusammenziehung erleichtert. Anders wirkt die aktive Gymnastik (Herzmuskelgymnastik, Oertel [95]). Oertel war der erste, der auf die Kräftigung des Herz- muskels durch Hervorrufen kräftiger Herzkontraktionen aufmerk- sam machte, auf die Erhöhung des Blutdruckes im Aortensystem durch Steigbewegungen, Ersteigung von Höhen und Bergen, regel- mässige Spaziergänge, vorsichtiges Turnen, von Freiübungen mit und ohne Hanteln und Stäbe, Holzspalten u. s. w. Nicht grund- los erscheint die Warnung, dass Oertel in seinen Ratschlägen zu weit gehe. Auch bei den gymnastischen Massnahmen sollte eine sorgsame Abstufung stattfinden. Fraglos wird die Herzschwäche bei solchen Kranken, die eine schwache Körpermuskulatur im all- gemeinen, also wohl auch ein muskelschwaches Herz im besondern besitzen, durch die Gymnastik beeinflusst. Nur sollte der Arzt die Uebungen mit Vorsicht anordnen. Er wird nie fehlgehen, wenn er mit passiver Gymnastik beginnt und zur aktiven langsam über- geht. Da stehen ihm die Herzschen Apparate zu Gebote, die von passiven Bewegungen zu den Förderungs-, Selbsthemmungs-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0103.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


