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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![der Atmung ersticken zu müssen. Er klagt über hochgradiges Oppressionsgefühl, eine Empfindung, als ob ihm der Hals zugeschnürt würde, aber nur selten über eine eigentliche Schmerzempfindung. Sein Aussehen verfällt, das Gesicht wird zyanotisch, die Extremitäten werden kühl. Seine Respiration ist keuchend, mit weithin hörbaren Rasselgeräuschen, der Auswurf spärlich, zäh, bräunlich. Nach einer Dauer von Minuten oder Stunden beruhigt sich die Atmung, und der sichtlich erschöpfte Kranke verfällt in Schlaf. (Fraenkel [45]). Ist noch kein erheblicher Grad von Herzschwäche vorhanden, so wird beim Asthma cardiale der Puls stark gespannt, bleibt aber meist völlig rhythmisch; bei andern ist er zwar noch kräftig aber unregelmässig. Bei Kranken, die bereits stärkere Herzschwäche zeigen, ist auch der Puls arhythmisch, weich und leicht unter- drückbar. Um das Wesen der Angina pectoris zu ergründen, soll zunächst erörtert werden, ob und welche stetigen Erscheinungen ausser Herzschmerz und Angst — diesen subjektiven Symptomen — die Anfälle sonst noch begleiten. Lässt sich etwa objektiv an diesen Kranken irgend etwas nachweisen, im Leben oder an der Leiche, was jedem an Angina pectoris Leidenden eigentümlich wäre, oder was gar den Anfall erklären könnte? Und was ruft einen Anfall hervor? „Wer Gelegenheit hat,“ sagt Bäu ml er, „Beobachtungen, die er am Krankenbett gemacht hat, an der Leiche zu kontrollieren, der ist oft genug erstaunt, wieviel mehr an Ver- änderungen sich findet, als man nach den Funktionsstörungen und dem Befund am Lebenden hätte ahnen können.“ „Dann gibt es auch Fälle, in denen man nach dem Leichenbefunde sich fragen muss, warum es nicht möglich war, ein solches Herz noch längere Zeit in genügendem Gang zu halten.“ Was Bäu ml er (5) hier im allgemeinen von Herzkrankheiten aller Art sagt, gilt auch und ganz besonders von den Erkrankungen, bei denen wir das Symptomenbild der Stenokardie beobachten. Hatten die Lebenden auch das gemeinsame Symptomenbild des Anginaanfalls gezeigt, ihre Leichen ergaben die verschiedensten Befunde, manchmal gar nichts Abnormes am Herzen, manchmal leichte, ein andermal wieder die schwersten Veränderungen an Herz und Blutgefässen. So konnte es nicht fehlen, dass die einzelnen Autoren nach der zufälligen Art der Fälle, die sie sahen, urteilten,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


