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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![Affektion des Gefässapparates entwickelt. Es kommen hier nament- lich drei Erkrankungen in Betracht, in erster Linie die Arterio- sklerose, zweitens gewisse Klappenfehler, insbesondere die Insuffi- zienz oder Stenose der Aortenklappen, aneurysmatische Erweite- rung der Aorta, speziell des aufsteigenden Schenkels, zum aller- häufigsten aber die arteriosklerotischen Veränderungen und deren Folgen an den Arteriae coronariae cordis. Er definiert Angina pectoris spuria oder Pseudoangina als „Herzsymptome“, die zwar in ihrer klinischen Erscheinungsweise eine gewisse äusserliche Aehn- lichkeit mit der echten Angina darbieten, sich aber dadurch von ihr aufs strengste unterscheiden, dass sie nicht auf schweren or- ganischen Läsionen des Gefässapparates beruhen, sondern vielmehr mit wenigen Ausnahmen in die Kategorie der rein funktionellen Störungen gehören. Er rechnet hierzu auch die sogenannte An- gina pectoris vasomotoria (Landois [78] und Nothnagel [94]), auf die wir späterhin zurückkommen werden. Noch deutlicher spricht sich Burwinkel (18) aus: „Es gibt nur eine Angina pec- toris vera — das ist die Angina coronaria; nur die, wo organisch bedingte Veränderungen an den Koronararterien Vorkommen.“ Aetiologie und Pathologie. Individuelle Disposition. Betrachten wir die Menschenklassen, bei denen man vorzugs- weise Angina pectoris trifft, so stösst man am häufigsten wohl auf den Typus des wohlgenährten, den besser situierten Ständen an- gehörigen Mannes in vorgerückterem Alter. Die Erkrankung zeigt sich öfter bei Männern als bei Frauen, häufiger bei älteren Männern als bei jüngeren, und vorzugsweise bei solchen mit mehr oder weniger entwickeltem Schmerbauch, dem Zeichen einer opulenten Lebensweise bei verhältnismässig geringer körperlicher Bewegung. Wir wissen aber, dass bei diesem Menschentypus oft auch eine Herzaffektion beobachtet wird, deren hervorstechendere Symptome in einem gespannten Puls und gewissen, direkt nachweisbaren Zeichen einer Hypertrophie des linken Ventrikels mit oder ohne Dilatation bestehen (Arteriosklerose). Mit der Aetiologie dieser Grundkrankheit verfolgen wir auch die der Koronarsklerose, der P eis er, Angina pectoris. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


