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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![Angina pectoris vera; und was für die Prophylaxe und die Therapie der Angina das Wichtigste ist, sind die gleichen Momente, die für die Arteriosklerose in Betracht kommen. Rechtzeitige entsprechende Behandlung eines mit ihr Behafteten dürfte allein, wenn überhaupt, davor bewahren, dass er je von stenokardischen Erscheinungen befallen würde. Wir müssen deshalb ein wenig näher auf die Arteriosklerose eingehen. Anatomie der Arterien. Die gesunden Arterien unterstützen die Arbeit des Her- zens, sie bilden das „periphere Herz“ (Edgren [34]), treten vika- riierend ein und verhüten ernstere Kreislaufstörungen. Drei Dinge zeichnen die Wand einer gesunden Arterie aus: 1) Elastizität, 2) Kontraktilität und Tonus und 3) ein hoher Grad von Festigkeit. Die Elastizität ermöglicht eine schnelle, leichte Dehnung durch die Blutwelle, die bei jeder Herzsystole ausgeworfen wird. Bei der Herzdiastole ziehen sich die elastischen Arterienhäute wieder auf ihr ursprüngliches Lumen zusammen. Das Quantum Kraft, welches zu ihrer eigenen Dehnung verwandt wurde, geben sie an die in ihnen befindliche Blutsäule ab. Die elastischen Ele- mente finden sich vorzugsweise in der Aorta und in den grösseren Arterien. In ihnen findet die Blutsäule zunächst Platz. In den mittleren und kleineren Arterien sind vorzugsweise die glatten Muskelfasern ausgebildet. Unter dem Einfluss der Vasokonstrik- toren und Vasodilatatoren verengern bezw. erweitern sich die Gefässe. Diese aktive Tätigkeit, der „Tonus“ der Gefässe, besorgt die Blutzufuhr nach den verschiedenen Organen je nach Be- dürfnis und nach dem Grade ihrer Tätigkeit. Der hohe Grad der Festigkeit in der gesunden Arterienwand verhindert auch bei sehr gesteigertem Blutdruck eine Ausbuchtung oder Ruptur. (Burwinkel [18]). Eine gesunde Arterie „wirkt wie der Wind- kessel eines Pumpwerkes“ (E. Romberg [109]). Sie unterhält einen dauernden Flüssigkeitsstrom. Eine Erkrankung wird durch verminderte Dehnbarkeit der Arterie das Ueberfliessen des Blutes in die Kapillare erschweren. Würde die Arterie völlig starr, so müsste das Herz allein die Vorwärtsbewegung des Blutes besorgen. Aber schon die verminderte Dehnbarkeit ist ein deutliches Hindernis für den Blutstrom.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


