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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![muss, dabei wirken die einzelnen Stösse unausgeglichen bis in die Kapillaren. „Sodann wird bei verminderter Tätigkeit der Gefässe selbst deren fördernder Einfluss auf die periphere Zirkulation herab- gesetzt und damit ein wichtiger Faktor für den ganzen Blutumlauf mehr oder weniger ausgeschaltet. Schliesslich gestattet ein erheb- licher Widerstandsverlust der Gefässwand eine Dehnung und Ber- stung.“ (Burwinkel [18]). Weiter wird die erkrankte Arterie durch die Sklerose länger, ihr Verlauf wird geschlängelt, die mittlere und grössere wird weiter, die kleine durch die Intimawucherung ver- engert, unter Umständen obliteriert (Endarteriitis obliterans). Im Herzen kommt es infolge der grösseren Arbeit, die ihm durch die Arterienerkrankung aufgebürdet wird, zu Herzvergrösserung (Hypertrophie des linken Ventrikels) und, wenn die Stromwiderstände steigen, zu Herzschwäche und Herzerweiterung. Die einzelnen Arteriengebiete sind verschieden häufig affiziert. Die Frage, in welchem Verhältnis die anatomischen Verände- rungen der Gefässe zu der Entwicklung des Krankheitsbildes der Arteriosklerose stehen, namentlich, ob hier ein gewisser Kausal- nexus zwischen beiden vorliegt, oder ob anatomischer Prozess und klinische Erscheinung nur die Folge einer gemeinsamen anderen Ursache sind, ist viel erörtert worden. Hope (64), Dittrich (29), Kirke (71a), Traube (127) sprechen die Vermutung aus, die ab- norme Spannung sei das Primäre, die Strukturveränderung das Sekundäre und weisen darauf hin, dass trotz Bestehens einer be- trächtlichen, permanenten Spannungserhöhung während des Lebens schliesslich doch nur geringfügige Strukturveränderungen gefunden wurden. Andere sprechen, wie auch Marchand (87), von einer Er- nährungsstörung der Gefässwand infolge der Abnutzung. Huchard (66) sagt: „Die verschiedenen Schädlichkeiten, die die Arterio- sklerose hervorrufen, lösen einen Krampf der kleinen Gefässe aus und dadurch eine Blutdrucksteigerung. Deren Folge ist dann die Arteriosklerose.“ Hervorragende Autoren erblicken in der Blutdruck- steigerung die regelmässige Begleiterscheinung jeder Arteriosklerose, und v. Basch (8) spricht von einer „latenten Arteriosklerose“, wenn er eine Blutdrucksteigerung ohne nachweisbare arteriosklero- tische Erkrankung findet. Bäu ml er (5) spricht sich gegen die Auffassung aus, als sei die Seneszenz die wesentliche Ursache der Arterienveränderung. Wohl sei diese Erkrankung vorherrschend ein Besitz der vor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


