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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![Als weiteres ätiologisches Moment schliesst sich hier die opulente Lebensweise vieler Männer in vorgerückteren Lebensjahren an, Menschen, die körperlich wenig arbeiten und doch üppig leben, reichlich Speisen und Getränke zu sich nehmen. Es ist bekannt, dass die Fettleibigkeit eines der wichtigsten Momente ist, die zur Arteriosklerose und speziell zur Koronarsklerose disponiert, und zwar deshalb, weil bei jeder Bewegung des abnorm schweren Körpers grosse Anforderungen an die Arterien und besonders an die Kranzarterien des Herzens gestellt werden. Man kann dies quasi auch als ein Trauma der Arterienwand durch zu starke Füllung und zu häufige Ueberladung des Kreislaufs ansehen. Infektiöse Einwirkungen als Ursache herdweiser und diffuser Arterienerkrankungen sind angenommen worden, seitdem man solche bei ganz jugendlichen Menschen, ja im Kindesalter gefunden hat, so im Gefolge der Diphtherie, des Scharlachs, des Typhus, Erysipels, der Pneumonie, wohl auch Malaria und anderer Infektionskrankheiten. Unter den toxischen Ursachen steht die Bleivergiftung obenan. Ob die ätiologische Wirkung des Tabakmissbrauchs durch starke Schwankungen des Gefäss- tonus erfolgt, oder ob der Tabak direkt als Gift auf die Gefässwand einwirkt, ist nicht ganz sicher. Bezüglich der ätiologischen Wirkung des Alkohols betont B ä u m 1 e r (5) neben den toxischen Einflüssen die mechanische Wirkung der übermässigen Flüssigkeitszufuhr. Hier kommt namentlich das Bier in Betracht, während beim Genuss konzentrierten Alkohols (Schnaps u. dgl.) vorwiegend die toxische Wirkung auf das Parenchym der Organe sich einstellt. Kaffee und Tee schliessen sich hier an. Weiter ist behauptet worden, dass die Zunahme der Arteriosklerose Schritt halte mit der Zu- nahme des Fleischkonsums (Huchard [66]); und auch das scheint seine Richtigkeit zu haben, in welcher Weise, ist aber ebenfalls noch nicht genügend festgestellt. Jedenfalls ist die Häufigkeit von Herzleiden bei Fleischern wohlbekannt (Neufville). Anderseits ist die Arteriosklerose im Lande der Reis essenden Japaner nicht minder häufig anzutreffen. Ebenso sehen wir Arteriosklerose bei überernährten Personen (ebenso wie Diabetes und Gicht zusammen mit Arteriosklerose), auch bei schlechtgenährten, durch Unglück und Not vergrämten, in ständiger nervöser Erregung lebenden Personen. Edgren(34) schreibt der Syphilis die grösste Rolle unter den ätiologischen Momenten der Gefässerkrankungen zu, und es](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


