Licence: In copyright
Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
41/120 page 31
![stellt sich ein Gefühl von Spannung, von Krampf und Starre in den betreffenden Gliedern ein. Die Muskeln werden unbeweglich und gebrauchsunfähig. Ruht der Kranke, so gleicht sich die Störung bald aus, um bei erneuter Bewegung wieder zu erscheinen. Bei Zunahme der Veränderung treten die Beschwerden schon bei ganz unbedeutenden Bewegungen auf. Die Beine werden völlig unbe- weglich und atrophieren.“ Regelmässig scheint nach Erb (37) das intermittierende Hinken mit Sklerose der Beinarterien verknüpft zu sein. Meist wird auch die Lichtung der Beinarterien in grösserer oder geringerer Ausdehnung verengt, so dass man den Puls nicht wie sonst bei sklerotischen Arterien auffallend deutlich, sondern sehr klein oder gar nicht fühlt. Beim Menschen — man hat auch beim Pferde die Dysbasia künstlich hervorgerufen — genügt, wie Erb (37) hervorgehoben hat, die blosse Einengung der Strombahn durch Arteriosklerose nicht zur Hervorrufung des Krankheitsbildes. Man findet Verkleinerungen oder Fehlen der Fuss- und Kniekehlen- pulse auch ohne intermittierendes Hinken. Offenbar bedarf es zu seiner Entstehung noch einer abnormen Erregung der Vasomotoren, einer krankhaften Gefässverengerung, die vielleicht durch die für erhöhte Tätigkeit unzureichende Blutzufuhr ausgelöst wird. (Rom- berg [109].) Aehnlich wie dieser Schmerz, der bei dem intermittierenden Hinken in den betroffenen Teilen entsteht, sobald die Blutzufuhr bei der stärkeren Bewegung der Muskeln nicht mehr ausreicht, wäre auch der im Herzen zu erklären, wenn gesteigerte Ansprüche an die Herzkraft gestellt werden, und der Blutzufluss infolge der Verengerung der Kranzarterien nicht mehr ausreicht. Neusser(93) glaubt, dass, wie bei der Erb sehen Dysbasia, neben dem stabilen Momente der Verengerung des Gefässlumens noch ein wandelbares, nämlich eine aktive Vasokonstriktion durch Hypertrophie der Musku- laris oder durch gesteigerte Erregbarkeit der in der Gefässwand liegenden Nerven und Ganglienapparate das Zustandekommen funktioneller Störungen fördert. Auch Bäu ml er (5) stimmt dieser Ansicht bei und nennt die Angina pectoris ein „intermittieren- des Hinken des Herzens“. Dass nun trotz der Häufigkeit der Koronarsklerose echte Stenokardie selten ist, sei zwar wahr, meint Krehl(74), soweit es sich um die echte und schwere Stenokardie handelt, Zustände von Herzschmerz und Herzangst jedoch in allen Abstufungen seien häufig bei Arteriosklerotikern. Es sei reine Geschmackssache, wie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


