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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![habe, dass mit dem Stillstand des Herzens sich zu beiden Seiten der Brust nach dem Halse hin ein heftiger Schmerz einstelle, welcher das Genick hinauf in den Kopf eile und in letzterem noch einige Zeit nach dem Anfall fixiert bliebe Tritt in unregelmässigen Perioden auf, täglich oft 10—12mal, setzt dann wieder einige Wochen aus. Seit 1V2 Jahren vermehrte Anfälle. Wenn der Herzschlag unter einem Seufzer des Kranken wiederkehrte, so war ausser einer grösseren Schnelle der ersten Schläge keine Veränderung an dem Kranken wahrzunehmen. Ausser- halb der Anfälle waren Rhythmus, Töne und Ausdehnung des Herzens normal. Oefters Schwindel, gegen Abend leichtes Fieber, nie Atmungs- beschwerden, konnte auf beiden Seiten liegen, Treppen ohne Beschwerden steigen, im Anfalle Gesicht blass; Anfälle häufen sich immer mehr, halten länger an, dauernd Kopf- und Nackenschmerzen. Kann das Bett nicht mehr vor Schwindel verlassen und stirbt nach mehrtägigem soporösem Zustand. Diagnose: „Epilepsia cordis infolge einer pseudoplastischen Ge- schwulst an den oberen Halsgeflechten oder an den Herznerven mit Hypertrophie des Cervikalrückenmarkes.“ Sektion (Rokitansky): Beide Lungen an der Spitze, besonders links, in einem beträchtlichen Umfange zu einer schwärzlich blauen, von schmieriger Kalkmaterie durchwebten, derben, knotigen Masse verdichtet. Aehnliche, hühnereigrosse Stelle auch im rechten oberen Lappen. Beide Bronchialdrüsen und die Lymphdrüsen längs den Mammariis internis und hinter den grossen Gefässstämmen in schwarz- blaue, derbe, von Kalkkonkrementen durchwebte Knoten verwandelt. Ein solcher von der Grösse einer Bohne unterbrach gerade in der Mitte seines Verlaufes (an der Lungenwurzel) den Nervus phrenicus dexter fast vollständig. Herz: Von den das Herznervengeflecht bildenden schlaffen, blass- graulichen Strängen war der aus dem Geflechte zwischen der Aorta descendens und der Arteria pulmonalis aufsteigende Nervus cardiacus magnus unterhalb ihres Bogens in einen haselnussgrossen, schwarzen Knoten eingewebt und vor seinem Eintritte in denselben verdickt. Die auf der vorderen Seite des linken Bronchus zum Lungengeflechte herab- steigenden Zweige des linken Vagus zeigten sich auf ähnliche Weise von einer unterliegenden, schwarzblauen Lymphdrüse gezerrt. Im Herzbeutel zwei Drachmen Serums, Herz von ange- messener Grösse; in den Vorhöfen sowie in den grossen Gefässen flüssiges Blut. V. Luetische Affektion des Plexus cardiacus. Angina pectoris- ähnliche Anfälle. Jodkalium. Heilung. (Hallopeau [52].) 36jähriger Mann, kein Neuropathiker, kein Trinker, kein Raucher. Ulcus durum, danach Syphilis papulosa, spezifische Behandlung. 11 Jahre nach der Primäraffektion, in der Nacht, plötzlicher Anfall von Angina pectoris (Beklemmung, ausstrahlender Schmerz gegen die linke Schulter, in den Nacken, bei den späteren Anfällen auch in den Arm](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


