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Credit: Angina pectoris / von Louis Peiser. Source: Wellcome Collection.
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![und die letzten 3 Finger). Bei den nachfolgenden Anfällen besonders vasomotorische Erscheinungen, Kälte in der linken Kopfhälfte, später in der ganzen linken Körperhälfte. Im weiteren Verlauf nehmen Häufigkeit und Intensität der stenokardischen Anfälle ab, Parästhesie und Parese des rechten Beines (Rückbildung des die stenokardischen Anfälle ver- anlassenden Prozesses und Fortschreiten desselben in anderen Bahnen, wie so häufig bei Syphilis). Bei 3,0 Jodkalium pro die Aufhören der stenokardischen Anfälle und bei weiterer Behandlung komplette Heilung ohne Rezidive. Hallopeau sucht die Ursache der Krankheit in einer Affektion der sympathischen Fasern des Plexus cardiacus, deren initiale Affektion die Angina pectoris veranlasste und beim Fortschreiten der Läsion auf andere Plexusfasern unter Rückbildung der initialen Läsion neue und ausgedehnte vasomotorische Störungen in der ganzen linken Körperhälfte hervorrief. VI. Koronarsklerose. Herzruptur. Chronisches partielles Herz- aneurysma. Angina pectoris. (Heinrich Beck [9].) 60jährige Frau; Mutter 48jährig plötzlich gestorben, war etwas „schnaufig“. Bis zum 55. Jahr Patientin ohne Beschwerden, dann an Körpergewicht zugenommen; schweratmig, Magenbeschwerden. Vor 2 Jahren Anfälle von Schmerzen, Beklemmung in der unteren Brust- und Magengegend; Herzklopfen, namentlich nach raschem Gehen und Bücken, sowie Heben eines schweren Gegenstandes. Bald Anfälle schwerer; Dauer bis zu V2 Stunde mit Vernichtungsgefühl; muss sich oft mit beiden Händen an einen Tisch anstemmen, um atmen zu können. Gesichtsfarbe wechselnd, bald ganz rot, bald ganz blass, starkes Uebelsein bis zum Erbrechen. Nach Anfall äusserst matt und abgeschlagen. Am 3. November kam sie in poliklinische Behandlung. Tags zuvor auf der Strasse ein Anfall. Kaum mehr die Treppe hinaufgekommen; ganz rot im Gesicht, kaum mehr Atem holen können, furchtbar stechender Schmerz in der Herz- und Magengegend. Sofort zu Bett. Anfall hielt etwa U/2 Stunden an; gegen Abend plötzlich besser. Am nächsten Tage wieder wohl genug, um auszugehen. Nachts vom 4./5. November nach 12 Uhr neuer, sehr heftiger Anfall, 5 Uhr morgens Veranlassung zum Arzt zu schicken. Befund: Vor der Tür schon lautes Gestöhn der Patientin hörbar. Wirft sich von einer Seite auf die andere, setzt sich bald auf, bald legt sie sich zurück auf den Rücken. Lippen und Wangen leicht bläulich, Hände und Füsse kühl. Atmung 42, oberflächlich, ziemlich beschwer- lich; aufgefordert konnte sie jedoch ziemlich tief inspirieren. Der Puls 78, Radialis schlecht gefüllt, sonst 0. B. Arterie nicht atheromatös. Herztöne überall leise, rein. Katarrh der gröberen Bronchien. Subjektives Schmerz- und Beklemmungsgefühl hinter den unteren Teil des Brustbeins verlegt, „wie wenn etwas zerrissen wäre.“ Nach Morphium bald Besserung. IOV2 Uhr vormittags viel ruhiger, Schmerzen bedeutend gemildert. Atmung ruhiger, Puls 116, klein und schlecht gefüllt. Cyanose der Lippen, Wangen, Nase.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036207_0055.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


