Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit.
- Gutzeit, Hugo Leonard von, 1811-1882.
- Date:
- 1848
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Credit: Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit. Source: Wellcome Collection.
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![grosse Gaben eines feurigen Mittels noch mehr gereizt, das Erbrechen \ also vermehrt werden muss. Denn wissen wir, dass bei jedem Erhre-• j eben eine unrichtige Arznei, ja selbst die zweckmässigste, wenn sie in I zu grosser Dosis angewandt wird — die abnorme Thatigkeit des Magens ^ noch steigert und Oel ins Feuer giesst; so müssen wir erstaunen, wenn \ in der Cholera Oleum menthae skrupelweis, Oleum Cajeputi drachmen- ^ weis und Oleum terebinthinae gar unzenweis gegen dies Brechen an- gewandt wurden, Dosen, in Folge deren ein ganz gesunder Mensch hef- tigen Vomitus bekommen würde !! — | Auch der Campher war als besonders zweckmässiges Heilmittel der Cholera begrüsst worden, hat aber seinen Ruf überlebt. Die grossen \ Dosen aber, in denen das Mittel gereicht wurde, mögen viel hierzu bei- getragen haben. Für die empfindliche Magenschleimhaut im Insultus i cholericus ist selbst die Hahnemannsche Campheranwendimg noch zu stark, wo nur 5j Spir. Camphorae mit 3jjj warmen Wassers «^gemischt und| i davon alle Minuten ein kleiner Theelöffel voll genommen wird. Nur eine aura camphorata in Schleim, oder ein einziger Tropfen Spir. Cam-| ^ phorae auf Eis [Spir. Camphorae 5j, Naphthae aceti 5jj MDS. alle 10 Minuten ' 3 Tropfen] können im Insultus ohne Schaden gereicht werden. Um| fehlende Reaktion hervorzurufen, gebe man nicht grössere, sondern nur» öftere Gaben. i Der Moschus ward von vielen Aerzten gegen Ende des Insultus, bei» schwacher oder ausbleibender Reaktion in Gebrauch gezogen. Salomon,! ( ßerends, Blumenthal, Loder waren 1830 und 31 seine Lobredner und! in der jetzigen Epidemie hat mein Bruder in Kursk manchen gutenti Erfolg durch ihn erzielt. Loder will von einer bunten Mischung aus| Tinctura Moschi, Valerian. aether., Liq. C.C. succ., Aether phosphorat.i zu gtt.xv — XX halbstündlich gereicht, bei ausbleibender Reaktion diese! zuweilen noch erzielt haben. Mein Bruder gab die Tinct. Moschi reini oder das Pulv. Moschi in Schleim. Auch ich habe den Moschus recht j oft angewandt, kann ihm aber keine Lobrede halten. In böseren Fäl-jf len leistete er nichts und in leichteren erfolgte auch ohne ihn oder beim,! Gebrauch anderer, billigerer Mittel die Reaktion. | Die Naphtben sind, in kleinen, öftern Gaben gereicht, gewiss eben so|, wirksam als der Moschus. Aber selbst die Naphtha phosphorata leistete' ! mir in schweren Fällen nichts. In grösseren Dosen erregen dieNaphthen, ; wie alle Mittel, leicht vermehrtes Erbrechen. Valeriana, Serpentaria, Arnica, Diosma crenata sind von manchen i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22389581_0104.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)