Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit.
- Gutzeit, Hugo Leonard von, 1811-1882.
- Date:
- 1848
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
106/150 (page 97)
![in grossen Gaben — kleine Dosen sind ganz unbekannt in der Praxis der englischen Aerzte — zu gr.jj in gjj Wasser auf einmal zu nehmen, an. Eine schwere Kranke genas dabei, obgleich die Arznei sogleich ausgebrochen wurde. Hierauf gestützt wandte Lever im Londonderry- Spital das Mittel bei 13 schweren Kranken an, von denen 7 genasen, während von 30 nach andern Methoden behandelten nur 4 dem Tode entrannen. Ich habe, die Leverschen Beobachtungen damals noch nicht ken- nend, ein paar Mal eine schwache Auflösung von Argent. nitric. gegen die Choleraübelkeit versucht, aber ganz ohne Erfolg. Ich glaube hier- aus schliessen zu können, dass-das Silber zu dem, die Krankheit bedin- genden, Organübel in keinem Heilbezuge stehe. Man möge übrigens weitere Versuche machen, da das Mittel unstreitig ein Hirn- und Rücken- marksmittel ist. Ich würde aber das essigsaure Silber, oder das Argen- tum chloratum nach Rademacher, beide aber natürlich in kleinen Ga- ben, zu gr.Vie^ Vi2^ Vio Pi’o dosi, hierzu vorschlagen. 12) Das Kupfer. Dies habe ich im Anfänge der Epidemie meh- ren Kranken als essigsaure Kupfertinktur in schleimigem Vehikel, theils mit, theils ohne Aq. tabaci gereicht, aber durchaus keinen günstigen Erfolg davon gesehen. Die Epidemie in Orel trat aber auch durchaus nicht mit Kupferaffektion, wohl aber zuweilen mit Salpeteraffektion ver- bunden auf, wobei sie sich wohl mit dem vorher und nachher herr- schenden Krankheitsgenius verband. Ob das Kupfer aber bei mangeln- der oder sehr schwacher Reaktion nicht zuweilen grossen Nutzen leisten kann, ist eine andere Frage. Nur gebe man dann die essigsaure Tink- tur zu gtt.jjj bis V alle halbe Stunden auf etwas Eis. 13) Das Eisen. Rademacher hat eine Mischung von Tabaks- wasser und essigsaurer Eisentinktur [Aq. simpl. Jvjj, Gumm. arab. Aq. tabaci, Liq. ferri acet. ana 5J.] stündlich zu einem Esslöffel voll, im typhösen Zustand nach Cholera mit Erfolg angewandt. Bei, von ei- nem Hirn- oder Rückenmarksleiden bedingten, sehr schmerzhaften Krämpfen in den Beinen und Rückenmuskeln, wo die Mischung von Aq. tabaci und Natron aceticum ihn in Stich Hess, hat er durch die Tabak- eisenmischnng auch schnell Hilfe gesehen. Ich habe nur ein einziges Mal diese Mischung bei einer Kranken, wo Reaktion nicht erscheinen wollte, angewandt. Es war eine der er- sten Kranken in der Orelschen Epidemie und der Tod folgte 8 Stunden nach Beginn des Einnehmens der Arznei. Da ich leiderJ damals Ra- 7](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22389581_0107.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)