Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit.
- Gutzeit, Hugo Leonard von, 1811-1882.
- Date:
- 1848
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Credit: Die Cholera in Orel im Jahre 1847 : ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / von H.L. v. Guttceit. Source: Wellcome Collection.
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![lödtliche Cholera infantum eine Abkochung der radix Asclepias tuberosae [knollige Seidenpflanze. Die Wurzel ist ein apfelartiger Knollen und wird als Schweiss und Auswurf beförderndes Mittel, auch gegen Blut- flüsse, in ihrem Vaterland, Nordamerika, gebraucht, Oken.] in Milch, 5jj auf , mit grösstem Nutzen gebraucht. Die Aerzte in der süd- lichen Union gebrauchen alle dies Mittel häufig und preisen sehr seine Wirksamkeit. Die frisch gemolkene Milch verdient gewiss Aufmerksamkeit, Nur folge man auch hier dem Instinkt der Kranken und setze die Milch aus, sobald sie belästigend auf den Magen wirkt oder dem Patienten zuwi- der ist. — 34) Der Honig. Wallace in Indien gab, wo seine fürchterlichen Calomel- und Opiumdosen alsbald wieder ausgebrochen wurden, diese Urheilmittel in einem Theelöffel voll Honig, wodurch sie oft längere Zeit im Magen verweilten. In Moskwa und Riga blieben solche, mit Honig gereichte, enorme Arzneigaben auch oft im Magen, während sie früher stets wieder ausgestossen wurden. Das Volk in Kursk und Orel hat der frisch gemolkenen Milch zuweilen auch Honig zugesetzt und erzählt glückliche Kuren davon. Gewiss ist aber, dass der Honig (ähnlich dem Oel und der Milch) eine beruhigende Wirkung auf die gereizte Magen- schleimhaut ausübt, und somit wäre der Gebrauch desselben oft von grossem Nutzen und gewiss nie von Schaden begleitet. 35) Die Buchweizengrütze. Gentz, ein Nichtarzt in Berlin, hat ein Schriftchen über den Nutzen dieser in der Cholera herausgegeben. Selbst erkrankt verschluckte er, trotz aller Erbrechungen, grosse Mas- sen davon und war in IY2 Tagen geheilt. War die Grütze mit Milch gekocht, so müsste wohl mehr dieser der gute Erfolg zugeschrieben werden. 36) Das Weissbier. Vetter in Berlin hat dies, in der zweiten Choleraepidemie daselbst, seinen Kranken als Getränk in grosser Menge gereicht, um „den Säften das Menstruum zur Herstellung des Kreislaufs zu verschaffen.“ Die Resultate dieser Behandlung sind mir unbekannt. Sollten günstige Wirkungen durch das Bier erzielt worden sein, so möchten wohl der in demselben enthaltene Hopfen und die Kohlensäure daran Antheil haben. 37) Der Kuhmist. Man soll einen frischen Kuhfladen mit einer gehörigen Menge frischen Wassers vermischen, diese Mischung sich ge- hörig abstehen lassen, die klare Flüssigkeit abgiessen und von ihr dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22389581_0121.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)