Beiträge zur prähistorischen Chirurgie nach Funden aus Deutscher Vorzeit : Inaugural-Dissertation verfasst und zur Erlangung der Doctor-Würde in der gesammten Medicin einer hohen medicinischen Facultät der königl. Bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München vorgelegt / von Robert Lehmann-Nitsche.
- Robert Lehmann-Nitsche
- Date:
- 1898
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Credit: Beiträge zur prähistorischen Chirurgie nach Funden aus Deutscher Vorzeit : Inaugural-Dissertation verfasst und zur Erlangung der Doctor-Würde in der gesammten Medicin einer hohen medicinischen Facultät der königl. Bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München vorgelegt / von Robert Lehmann-Nitsche. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![dicke Linea aspera und eine ganz runde Diaphyse. Der Kopf hat eine gewaltige Verunstaltung erfahren: auf den ersten Blick sieht es aus, als sei der Hals gebrochen und bei starker Dislocation nach unten unter mächtiger Callus-Wucherung geheilt. Eine genauere Prüfung ergiebt aber, dass es sich um eine der bekannten Formen der Arthritis chronica deformans handelt. Der Kopf ist durch eine tiefe Abreibung fast ganz zerstört; am lateralen Umfange steht ein dicker, wahrscheinlich auch grösstenteils neugebildeter Randwillst. Dagegen liegt um den ganzen Hals, vorzugsweise in dessen vorderem Umfange, eine mächtige, höckerige Hyperostose, die sich bis nahe an den Trochanter major erstreckt und von da unmittelbar auf den Rest des Kopfes übergreift. Sie bedeckt die ganze vordere Fläche des Halses und bildet hier eine pilzartig gestaltete, schräg von oben und aussen nach unten und innen gerichtete, gegen das untere Ende konisch veijüngte Masse. Vom Collum selbst ist nur noch hinten etwas zu sehen, wo eine Art von Spalt zwischen der H3rperostose und dem alten Knochen einen schmalen Durchblick gestattet. Beide Trochanteren sind unverändert, nur ist der kleine fast ganz von der Wucherung überlagert. Der Krank- heitsprozess war also, allem Anschein nach, zum Stillstand gekommen, was natürlich nur unter Ausbildung von „freiwilligem Hinken“ möglich sein konnte.“ Zwei Skelete aus dem bajuvarischen Reihengräberfeld von Allach bei München, Oberbayern. ') 5. — 7. Jahrh. nach Clir. Stamm: Bajuvaren. Völkerwanderungszeit. Bei beiden Arthritis deformans. „Beide Fälle betreffen die obere Epiphyse des Femurs und die zuge- hörenden Teile des Beckens. Bei dem einen Skelete (Grab 47, 1891) ist beiderseits der Caputrand pilzartig gewuchert, das Caput selbst vergrössert, ebenso ist an Stelle der Fovea capitis eine Wucherung vorhanden und auch Linea obliqua und der obere Theil der beiden Trochanteren ist mitafficiert. Das zugehörende Acetabulum des Beckens zeigt ebenfalls ent- sprechende Deformationen an seinem Rande. Der zweite Fall betrifft das Skelet aus Grab 29, 1893. Das Caput ist beiderseits ganz pilzartig herunter gedrückt, Collum herunter gedrückt und verkürzt. Seine Axe steht nicht einmal unter einem spitzen Winkel zur Diaphysenaxe. Es mag dahingestellt bleiben, ob es sich in diesem Falle um Coxa vara handelt, wovon in letzter Zeit öfter die Rede ist.“ Weiblicher Schädel aus einem Gräberfeld bei Camburg an der Saale, ganz in der Nähe von Jena : Cretin. * 2) „Ein der jüngeren Eisenzeit angehöriges Gräberfeld, also ein Feld, welches nach unseren Vorstellungen derjenigen Zeit angehört, welche der Periode der altdeutschen Staatenbildung, der grossen Eroberungen, mit denen der Aufban des ersten grossen deutschen Reiches eingeleitet wurde, vorhergingen.“ ') Lehmann-Nitsche, lieber die langen Knochen etc. S. 231 resp. S. — A. S. 27.;—, Ein Beitrag etc. S. 4 nebst Abb. (1—2). 2) Virchow, [Die Camburger Dolichocephalen]. Corr. d. Deutsch. Ges. f. Anthr., Ethn. u. Urg. 1876, S. 77 — 84, spec. S. 77, 79, 80.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22464141_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)