Ueber die Kopfblutgeschwulst der Neugebornen / von Franz Ludwig Feist.
- Feist, Franz Ludwig.
- Date:
- 1839
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber die Kopfblutgeschwulst der Neugebornen / von Franz Ludwig Feist. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![durchsticht und in dem Durchstiche einen ausg-efransten Leinwandsfreif'en liejj-en läfst. Zuerst erg^iefst sich schwarzes Blut, hierauf folgt nach zwei bis drei Tagen eine seröse Flüssig-keit, dann Eiter. Das Eiterband wird mit Digestiv- salbe bestrichen, der man später tonische Mittel beisetzt, und deren Wir- kung: durch zertheilende Umschläge unterstützt wird. ]\ach ihm reichen 14 Tag^e zur Heilung- hin. Gewöhnlich verbindet sich ein leichtes Fieber mit der Eiterung. Palletta erzählt einige Beobachtungen, die seiner Behandlungs- weise zur Empfehlung dienen sollen. — Einem am 4. September g^ebornen Knaben wurde am 15. desselben Monats ein Haarseil gezogen, den 22. September wurde er g-eheilt entlassen, und er starb am 2. October des- selben Jahres. — Einem andern, den 22. September 1785 gebornen, sonst gesunden Knaben wurde am 28. September ein Eiterband eingelegt, und als es am 17. October wieder weggenommen war, schlössen sich die Wunden, aber der Knabe starb an Tabes. — In einem dritten Falle wurde dem If^ Tage alten Kinde ein Setaceum durch zwei Geschwülste (auf jedem Scheitelbeine eine) gezogen; es wird aber nicht gesagt, ob das Kind wirklich g'cnesen ist. — Diese Beispiele werden g-ewifs Niemanden zur INachahmung: anspornen. Die Methoden von Goelis und Palletta sind so eingreifend und dem zarten Leben eines Neugebornen so wenig: entsprechend, dafs man stets eine sehr starke, ja gefährliche Reaction zu befürchten hat. 2) Die E r ö f f nu ng* der Geschwulst ist wohl diejenige Heilmethode, die man am häufig-sten in Anwendung gebracht hat. Dieselbe geschieht entweder durch einen Einstich mit der Lanzette oder durch einen Einschnitt mit demBistouri. Es lag in der Natur der Sache, und die allgemeinen Grundsätze der Chirur- g-ie lehrten es längst, dafs man pralle, fluctuirende Geschwülste ölFne. Darum war wohl dieses Verfahren dasjenige, auf das man zuerst bei dem Cephalaema- tom kommen mufste, sobald man es von der Hernia cerebri congenita unterschied. Levret *) schlug nach Petit's, des Aeltern, Unterricht einen Kreuzschnitt vor, der durch den Mittelpunkt der Geschwulst gehe, durch welchen man die ausgetretene Feuchtigkeit nebst dem Klumpen von geronnenem Geblüte hinweg:- nehme, und wornach man vermittelst der sogenannten trockenen Naht die vier Lappen wieder zusammenziehe. Auch Michaelis empfahl das Einschneiden, ') Journal de med. 1773. T. XXXVII. p. 410. Sanimluug auserlesener Abhandl. zum Gebrauche prakt. Aerzte Bd. I. St. 4.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2105163x_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)